Lab Truck Datenskandal: Einträge sollten gesichert werden

In einer Stellungnahme an das Land soll Lab Truck das Verschicken von 24.000 positiven Corona-Tests mit der Sicherung von Daten begründen.

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Lab Truck bleibt noch viele Antworten rund um den Datenskandal um 24.000 positive Corona-Tests schuldig.
© Lab Truck

Innsbruck – Zumindest ein Widerspruch der vergangenen Tagen konnte offensichtlich geklärt werden: Der ehemalige Geschäftsführer von HG Lab Truck, das für das Land die PCR-Testungen bis Ende Juni durchgeführt hatte, hat am 10. August eine Mail mit Daten von 24.000 positiven PCR-Tests versandt. Bis Anfang Mai war bekanntlich Ralf Herwig Chef des Unternehmens, wegen vieler Ungereimtheiten rund um seine Person hat er sich von dieser Funktion zurückgezogen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien ermittelt und der Landesrechnungshof prüft.

Zuletzt erklärte ein Verantwortlicher der Muttergesellschaft HG Pharma, es sei gar keine Mail mit den Daten von 24.000 Corona-Positiven zwischen Jänner und Juni verschickt worden. Das sei vielmehr zur Datensicherung erfolgt, wie seine Ehefrau und aktuelle Geschäftsführerin der HG Lab Truck, Margarete Herwig, dem Vernehmen nach jetzt in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Land Tirol mitteilt. Damit beseitigt sie immerhin in diesem Punkt aufgetretene Widersprüche. Jedenfalls habe das Lab Truck in Eigenregie gemacht, wie Herwig hinzufügt. Adressat war ein mit der Sicherung der Daten beauftragter externer Dienstleister.

Trotzdem bleiben noch viele Rätsel offen. Wie die Mails mit den hochsensiblen Daten an die Öffentlichkeit gelangen konnten – sie wurden dem ORF Tirol und dem Standard zugespielt –, ist nach wie vor unklar. Margarete Herwig verweist einmal mehr auf interne Untersuchungen, die noch nicht abgeschlossen seien.

Das Land hat bereits eine Sachverhaltsdarstellung der Datenschutzbehörde übermittelt, Lab Truck GmbH wurde außerdem aufgefordert, den Sachverhalt bis gestern umfassend aufzuklären. Das dürfte allerdings weiterhin nur unzureichend der Fall sein. Das Land wird deshalb in den nächsten Tagen entscheiden, ob es die Staatsanwaltschaft Innsbruck einschaltet. Diese prüft gerade von sich aus ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen eines Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz.

Die Liste Fritz forderte am Freitag Landeshauptmann Günther Platter (VP) auf, Verantwortung zu übernehmen. „Platter hat sicherzustellen, dass das Land Tirol in keinerlei Geschäftsbeziehung mehr zum Firmengeflecht HG Pharma und HG Lab Truck sowie zur Novatium steht“, forderten Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider und Markus Sint. (pn)


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