Ein Wiedersehen im doppelten Sinne

Im WM-Qualifikations-Duell zwischen Israel und Österreich geht es heute (20.45 Uhr, live ORF 1) um den zweiten Platz hinter den enteilten Dänen. Es ist auch ein Wiedersehen mit Ex-Sportdirektor Ruttensteiner.

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Wer jubelt diesmal? Martin Hinteregger wie beim 3:1-Heimsieg im Oktober 2019, ...
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Von Tobias Waidhofer

Haifa – Die Erinnerungen sind frisch. Und zwar sowohl die positiven als auch die negativen: Im März 2019 verlor die ÖFB-Elf mit 2:4 in Israel, sieben Monate später gelang mit einem 3:1-Sieg in Wien die Revanche. Und heute? Österreich braucht mit Blick auf die Tabelle dringend einen Sieg, so viel ist klar. Und es scheint auch klar, dass die gezeigte Leistung in Moldawien (2:0) kaum ausreichen wird, auch wenn das die handelnden Akteure – wie so oft – anders sahen ...

... oder doch Eran Zahavi und Eli Dasa (r.) wie beim 4:2-Erfolg der Israelis im März 2019?
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Dass seine Mannschaft zum Beispiel tiefstehenden Gegnern immer wieder ratlos gegenübersteht, ließ Teamchef Franco Foda so nicht gelten. „Wir hatten die Lösungen, sind am Flügel oft super durchgekommen“, meinte der 55-Jährige. „Wir haben die Pflichtaufgabe erfüllt. Alle Länderspiele vor meiner Zeit auswärts gegen die Moldauer sind auch knapp ausgegangen. Es gibt heutzutage keine leichten Aufgaben mehr.“ Das sollte es dann aber gewesen sein mit dem Blick in den Rückspiegel. Zu fordernd ist die Gegenwart mit der komplizierten Auswärtsaufgabe. „Israel und wir rittern um den zweiten Platz, deshalb müssen wir schauen, dass wir drei Punkte holen“, hat natürlich auch der Teamchef die Tabelle im Blick.

Es spricht mit Blick auf die Probleme gegen Gegner, die der ÖFB-Elf freiwillig das Feld überlassen – siehe auch das EM-Spiel gegen Nordmazedonien –, für Rot-Weiß-Rot, dass auch der heutige Gegner seine Stärken an vorderster Front hat. „Das ist ein ganz anderer Gegner als die Moldauer“, warnte Foda. „Wir dürfen ihnen keinen Raum lassen und müssen aggressiv sein.“ Denn die Defensive bekommt es mit einem Österreicher-Schreck zu tun: Vier der fünf israelischen EM-Qualifikations-Treffer gegen Österreich gelangen 2019 einem gewissen Eran Zahavi, der bei der PSV Eindhoven mit Philipp Mwene zusammen spielt und mit Deutschlands ehemaligem WM-Helden Mario Götze ein kongeniales Duo bildet. Dazu kommen Ex-WAC-Torjäger Shon Weissmann – inzwischen beim spanischen Zweitligisten Real Valladolid – oder Hoffenheim-Angreifer Munas Dabbur und Manor Solomon (S. Donezk).

⚽ WM-Qualifikation - Gruppe F, 5. Runde:

Israel - Österreich 20.45 Uhr (ORF 1 und DAZN)

  • Haifa, Sammy Ofer Stadium,SR Zwayer/GER
  • Israel: Marciano (Feyenoord/NED/28 Länderspiele) - Dasa (Vitesse Arnheim/NED/37/0 Tore), Degani (Beitar Jerusalem/16/0), Bitton (Celtic Glasgow/SCO/33/2), Tibi (Hapoel Beer Sheva/54/1), Menachem (Maccabi Haifa/11/0) - Glazer (Maccabi Tel Aviv/8/0), Natcho (Partizan Belgrad/SRB/79/3), Solomon (Schachtar Donezk/UKR/20/3) - Zahavi (PSV Eindhoven/NED/65/29), Dabbur (TSG 1899 Hoffenheim/GER/30/9)
  • Österreich: Bachmann (Watford/ENG/7) - Trimmel (Union Berlin/GER/15/0), Lienhart (SC Freiburg/GER/7/0), Hinteregger (Eintracht Frankfurt/GER/60/4), Ulmer (Red Bull Salzburg/27/0) - Grillitsch (TSG Hoffenheim/GER/27/1), Laimer (RB Leipzig/GER/14/1) - Schaub (1. FC Köln/GER/23/6), Kainz (1. FC Köln/17/0), Alaba (Real Madrid/ESP/86/14) - Arnautovic (Bologna/ITA/92/28)
  • Parallelspiele am Samstag (jeweils 20.45 Uhr): Färöer - Dänemark, Schottland - Republik Moldau
  • Dienstag (jeweils 20.45 Uhr): Österreich - Schottland, Dänemark - Israel, Färöer - Republik Moldau

Aber eine Mannschaft, die es schaffte, den späteren Europameister Italien lange vom eigenen Strafraum wegzuhalten, der ist das natürlich auch gegen gute, aber nicht herausragende Israelis zuzutrauen. Dass deren Teamchef und Ex-ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner meinte, er kenne Franco Foda so gut, dass dieser ihn nicht überraschen könne, quittierte der Deutsche mit einem Lächeln: „Willi kennt das Team. Aber ich glaube nicht, dass er sich zu 100 Prozent auf uns einstellen kann.“

Nachdem zuvor schon Lainer, Kalajdzic, Schlager, Sabitzer, der gestern erstmals über das Bayern-Trainingsgelände joggte, und auch Kapitän Baumgartlinger ausgefallen waren, gab es gestern gute Nachrichten: Sowohl bei Christoph Baumgartner (Sprunggelenk) als auch bei Louis Schaub (Wade) gibt’s Licht am Ende des Tunnels, ein Einsatz – Stand gestern – sollte möglich sein. Und auch David Alaba kehrt in die Startformation zurück. „Ich hoffe, dass er 90 Minuten spielen kann“, sagt Foda. Und die ÖFB-Fans hoffen, dass es in ein paar Monaten nur positive Erinnerungen gibt.


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