Tausendstelkrimi: Verstappen hatte im Qualifying knapp die Nase vorne

Gerade einmal 0,038 Sekunden lag Max Verstappen am Samstag beim Qualifying in Zandvoort vor seinem WM-Kontrahenten Lewis Hamilton. Valtteri Bottas im zweiten Mercedes wurde Dritter.

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Angefeuert von Zehntausenden Fans flog Max Verstappen zur Pole Position.
© KENZO TRIBOUILLARD

Zandvoort – Max Verstappen hat seine enthusiasmierte Anhängerschaft vorerst nicht enttäuscht. Der Niederländer geht aus der Pole Position ins Heimspiel in Zandvoort. Vor mehr als 70.000 überwiegend in Orange gekleideten Fans schrieb der WM-Zweite am Samstag im Qualifying mit einer Zeit von 1:08,885 Minuten die schnellste Runde an. Der Red-Bull-Pilot lag damit 38 Tausendstelsekunden vor seinem schärfsten Widersacher, Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes.

In der zweiten Startreihe werden Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas und Pierre Gasly im AlphaTauri Aufstellung nehmen. Verstappen sicherte sich zum siebenten Mal in diesem Jahr den besten Startplatz - und zum zehnten Mal insgesamt. Vor dem 13. Saisonlauf am Sonntag (15.00 Uhr/live TT.com-Ticker, ServusTV, Sky) hat der 23-Jährige in der Gesamtwertung nur drei Punkte Rückstand auf Hamilton.

"Ich bin geflogen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier die Pole zu holen. Das Qualifying hat richtig Spaß gemacht. Ich hoffe, wir können das auch im Rennen zeigen", sagte Verstappen. Er war nach einem vermeintlich verbotenen Überholmanöver im Training davor um eine Strafe herumgekommen. Eine gute Startposition ist in Zandvoort wichtiger als auf den meisten anderen Strecken im Formel-1-Kalender, denn das Überholen auf dem Kurs an der Nordseeküste ist eine schwierige Angelegenheit. Dementsprechend ausgelassen war auch der Jubel in Verstappens Box.

Ich bin geflogen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier die Pole zu holen. Das Qualifying hat richtig Spaß gemacht. Ich hoffe, wir können das auch im Rennen zeigen.
Max Verstappen, Red-Bull-Pilot

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko war wie das gesamte Team äußerst zufrieden. "Wir sind überglücklich. Es ist eng geworden am Schluss, aber egal: Vorne ist vorne", sagte Marko im ServusTV-Interview. Auch der Steirer hob die Euphorie um Verstappen hervor. "Ich kann mich nicht an so eine Atmosphäre in den letzten Jahren erinnern. Aber das Rennen wird eine schwierige Angelegenheit", meinte Marko.

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Hamilton wusste immerhin zu gefallen. Der Brite fing seinen Konkurrenten fast noch ab, nachdem er in den Trainings noch Probleme gehabt hatte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff war "happy", er meinte: "Als er (Hamilton) in die Gänge gekommen ist, hat er eine richtig gute Runde hingelegt." Weiters gut für Mercedes: Bottas wurde Dritter, während sich Sergio Perez im zweiten Red Bull verspekulierte, schon nach der ersten Qualifying-Session ausfiel und nur von Platz 16 unmittelbar vor dem ebenfalls enttäuschten Sebastian Vettel ins Rennen geht.

Williams-Piloten landeten in der Bande

Schon bei den Proberunden hatte sich gezeigt, dass die Strecke in den Nordsee-Dünen eine echte Prüfung für die Fahrkünste darstellt. Mehrfach mussten die Einheiten wegen Zwischenfällen unterbrochen werden, so ging den Piloten auch Zeit zur Eingewöhnung verloren. In der Qualifikation rauschte Williams-Fahrer George Russell durch das Kiesbett in die Barriere, erneut wurden Rote Flaggen geschwenkt. Kaum ging es weiter, krachte auch Teamgefährte Nicholas Latifi mit Wucht in die Reifenstapel.

Zuletzt war die Formel 1 vor 36 Jahren in Zandvoort gefahren. Seither ist der nur 4,259 Kilometer lange Kurs umgebaut und sicherer gemacht worden. Spektakulär wirken die Steilkurven, die an das legendäre Oval von Indianapolis erinnern.

Zu einen unerwarteten Einsatz kommt der Pole Robert Kubica, der sein bisher letztes Formel-1-Rennen im Dezember 2019 in Abu Dhabi für Williams bestritten hatte. Nach einem positiven Corona-Test von Kimi Räikkönen wird der Ersatzfahrer das Rennen im Alfa Romeo bestreiten. In der laufenden Saison war Kubica schon dreimal im ersten Training eines Rennwochenendes, im Rahmen der Grands Prix von Spanien, der Steiermark und von Ungarn, anstelle von Räikkönen zum Zug gekommen. In der Qualifikation wurde er am Samstag 18.

Der im März geimpfte Räikkönen zeigt keine Symptome, er begab sich ebenso vorerst in die Quarantäne wie Williams-Teamchef Jost Capito, der sich am Vorabend der Diagnose mit Räikkönen getroffen hatte. Der Finne hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass er seine Karriere nach dieser Saison beenden werde. (APA)

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