Widerstandskämpfer vermelden schwere Verluste auf Seiten der Taliban

Nach Angaben der Widerstandskämpfer haben die militant-islamistischen Taliban bei Kämpfen im Panjshir-Tal schwere Verluste hinnehmen müssen. Etwa 1000 Taliban-Kämpfer seien eingeschlossen und getötet oder gefangen genommen worden.

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Widerstandskämpfer im Panjshir-Tal.
© Ahmad SAHEL ARMAN/AFP

Kabul, Washington – Widerstandskämpfer im afghanischen Panjshir-Tal haben den militant-islamistischen Taliban eigenen Angaben zufolge schwere Verluste zugefügt. Etwa 1000 Islamisten seien in der einzigen Provinz, die bisher noch nicht von den Taliban kontrolliert wird, nach der Blockade einer Fluchtroute eingeschlossen worden, schrieb ein Sprecher der Nationalen Widerstandsfront am Sonntag auf Twitter. Zuvor hatte ein hochrangiger US-General vor einem Bürgerkrieg in Afghanistan gewarnt.

Alle Angreifer seien getötet worden, hätten sich ergeben oder seien gefangen genommen worden, hieß es weiter. Zudem seien alle Taliban aus dem Bezirk Parjan vertrieben worden. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Der Taliban-Sprecher Bilal Karimi wiederum schrieb am Sonntag auf Twitter, die Islamisten kontrollierten nun fünf der sieben Bezirke der Provinz.

Talibankämpfer sollen eingeschlossen worden sein

Am Samstag hatten Bewohner des Tals erklärt, dass Widerstandskämpfer eine Sprengung durchgeführt hätten, um die Hauptroute durch das Tal zu blockieren. So seien vorgerückte Taliban-Kräfte eingeschlossen worden. Der Plan sei gewesen, diese dann von Positionen auf den Bergen anzugreifen.

Ein bisheriger Parlamentarier aus der Provinz Panjshir-Tal sagte, dass es Gefechte im Bezirk Shutul und Parjan gebe. Andere Gebiete im Tal seien unter vollständiger Kontrolle des Widerstands.

Die beiden Bezirke liegen jeweils am Anfang und am Ende des Tales. Von einem Bewohner des Bezirkes Shutul hieß es, Taliban-Kämpfer seien in sein Dorf vorgedrungen und hätten mehrere geparkte Autos kaputt geschossen. Die meisten Zivilisten seien bereits davor in die Berge geflüchtet. Die Taliban-Kämpfer seien wieder abgezogen. Unbestätigten Berichten zufolge wurden sie am Weg aus Shutul aus dem Hinterhalt angegriffen.

Taliban veröffentlichten auch ein Video mit Kämpfern vor der Bezirksverwaltung von Shutul. Allerdings liegt diese an der Hauptstraße durch das Tal direkt hinter dem Taleingang, nicht im Zentrum Shutuls. Um dieses zu erreichen, muss man erst mehrere Kilometer lang eine enge Bergstraße hinauf und ins nächste Tal wieder hinunter fahren.

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, General Mark Milley, warnte am Sonntag vor einem Bürgerkrieg in Afghanistan. "Ich weiß nicht, ob die Taliban in der Lage sein werden, ihre Macht zu konsolidieren und eine Regierung aufzubauen", sagte Milley in einem Gespräch mit dem TV-Sender "Fox News". Dies könne in den nächsten drei Jahren zu einer Neukonstituierung von Al-Kaida oder einer Erstarkung der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) führen. Dazu gebe es unzählige andere militanten Gruppen in Afghanistan, führte Milley in dem auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland geführten Gespräch aus. (APA/Reuters/dpa)

Papst ruft zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge auf

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat beim Angelus-Gebet am Sonntag zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan aufgerufen. "Ich bete, damit viele Länder all jene Menschen aufnehmen und schützen, die ein neues Leben suchen", betonte der Papst. Auch Binnenvertriebene sollen Unterstützung und Schutz erhalten. "Mögen alle Afghanen mit Würde in Frieden und Geschwisterlichkeit mit ihren Nachbarn leben. Mögen die afghanischen Jugendlichen Bildung erhalten", betonte der Papst.

Franziskus drückte zudem den Opfern des schweren Hurrikans "Ida" in den USA seine Nähe aus. "Gott unterstütze all diejenigen, die wegen dieser Katastrophe leiden", erklärte der Heilige Vater.

Der Papst sprach auch von seiner am 12. September beginnenden Reise nach Ungarn und in die Slowakei. Er dankte all jenen, die auf ihn warten und die sich für seine Reise eingesetzt haben. Der Papst reist von 12. bis 15. September erst für einen halben Tag in die ungarische Hauptstadt Budapest. Anschließend besucht er für drei Tage die benachbarte Slowakei.

Neben Begegnungen mit Vertretern aus Kirche und Gesellschaft umfasst das Programm zwei Gottesdienste in Presov und im slowakischen Nationalheiligtum in Sastin. In Kosice (Kaschau) sind ein Jugendtreffen und ein Besuch in der von Angehörigen der Roma-Minderheit bewohnten Plattenbausiedlung Lunik IX geplant. (APA)


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