Titel gegen Geld? Mitarbeiter von Prinz Charles lässt Amt ruhen

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Der britische Thronfolger Prinz Charles.
© CHRISTOPHER FURLONG

London – Weil er geholfen haben soll, einem saudischen Großspender einen Ehrentitel zu organisieren, lässt ein enger Mitarbeiter von Prinz Charles sein Amt als Chef einer Wohltätigkeitsorganisation ruhen. Der Geschäftsmann Mahfouz Marei Mubarak bin Mahfouz hatte mindestens 1,5 Millionen Pfund für Projekte der Prince's Foundation gespendet und war 2016 in einer privaten Zeremonie als CBE (Commander of the Most Excellent Order of the British Empire) ehrenhalber ausgezeichnet worden.

Die Zeitungen "Sunday Times" und "Mail on Sunday" berichteten nun, Michael Fawcett habe Beratern von Mahfouz zugesichert, dass er und andere Mitarbeiter von Charles dabei helfen würden, eine Ehrung zu sichern. Der "Mail" zufolge soll Fawcett anschließend auch Unterstützung dabei versprochen haben, dass Mahfouz einen noch höheren Orden, den mit einem Ritterschlag verbundenen Titel KBE (Knight Commander), sowie die britische Staatsangehörigkeit erhält. Auf einem Schloss in Schottland, einer Residenz von Charles, die früher der Mutter von Queen Elizabeth II. gehörte, ist auch ein Waldstück nach Mahfouz benannt.

Sprecher dementiert Enflussnahme

Ein Sprecher von Mahfouz sagte den Zeitungen, der Großspender habe keinen Einfluss auf die Entscheidung genommen und keine Gegenleistung erwartet. Die Prince's Foundation leitete eine Untersuchung ein und betonte, sie nehme die Vorwürfe sehr ernst. Fawcett, der die Organisation seit 2018 leitet, habe seine Unterstützung zugesichert.

Fawcett war seit 1981 in Diensten des Palasts und arbeitete sich bis zum Kammerdiener des ältesten Queen-Sohns hoch. 2003 wurde er von Vorwürfen freigesprochen, dass er beim Verkauf royaler Geschenke einen Anteil in die eigene Tasche gesteckt haben soll. Er trat dennoch zurück, auch weil der Untersuchungsbericht sein Verhalten im Palast kritisierte. Allerdings blieb er ein enger Vertrauter von Charles und arbeitete weiter als dessen Eventmanager.

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Für die Wohltätigkeitsorganisation ist es bereits der zweite schwere Vorwurf innerhalb kurzer Zeit. So räumte ein wichtiger Spendensammler jüngst ein, fünf Prozent Kommission erhalten zu haben. Zugleich betonte er, es handle sich um einen normalen Vorgang. (APA/dpa)


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