Raketenplattform in der Nordsee rückt näher: Abkommen unterzeichnet

In der Nordsee soll eine Raketenplattform entstehen, um vor allem Start-ups und mittelständischen Unternehmen einen vereinfachten und flexiblen Zugang ins All zu ermöglichen.

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Archivfoto: Ein Umspannwerk und Windräder stehen in der Nordsee rund 43 Seemeilen (70 Kilometer) westlich der Insel Sylt.
© Christian Charisius

Berlin – Eine Raketenplattform in der Nordsee rückt näher. Vier europäische Raketenhersteller unterzeichneten am Montag in Berlin Absichtserklärungen für die Zusammenarbeit mit der German Offshore Spaceport Alliance (GOSA). Deutschlands Industriepräsident Siegfried Russwurm sagte, vor allem Start-ups und mittelständische Unternehmen würden von einem vereinfachten und flexiblen Zugang ins All profitieren.

Eine Startplattform in der Nordsee sei zentral für eine "New-Space-Wertschöpfungskette". "New Space" bezeichnet die zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt. Ein Baustein dabei ist der Bau von kleinen Satelliten, die mit neuen Mini-Raketen, sogenannten Microlaunchern, gestartet werden können.

Geplant ist eine schwimmende Startplattform für diese kleinen Trägerraketen in der Nordsee, konkret handelt es sich um ein Spezialschiff mit Startrampe. Heimathafen soll nach Darstellung der Allianz GOSA Bremerhaven sein. Ziel sei es, im Jahr 2023 den ersten Start eines Microlaunchers aus der Nordsee zu realisieren. Zur German Offshore Spaceport Alliance gehören Firmen wie das Raumfahrt-und Technologieunternehmen OHB.

Weltraum als "dynamischer Wachstumsmarkt"

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kündigte eine "New-Space-Kleinsatelliten-Initiative" an. Damit solle die deutsche Raumfahrtindustrie gezielt gestärkt und Spitzentechnologie in die Anwendung gebracht werden. Kleinsatelliten gehöre die Zukunft, sagte der Minister in Berlin. Der Weltraum sei ein "dynamischer Wachstumsmarkt".

Durch Kleinsatelliten könnten zum Beispiel Daten zum Klima- und Umweltschutz sowie zum Katastrophenschutz gewonnen werden, sagte Altmaier. Der Staat könne daher "Ankerkunde" einer Startplattform werden.

Der nächste Schritt ist nun eine Machbarkeitsstudie, die zur Hälfte von der Bundesregierung finanziert wird. Geklärt werden sollen rechtliche und regulatorische Fragen einer Startplattform. (APA/dpa)


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