Immer mehr„Zombie-Firmen“ an den Börsen

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Börsennotierte Zombies schädigen das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Märkte insgesamt, da sie Marktgesetze aushebeln.
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Wien – Die Unternehmungsberatung Kearney hat in einer weltweiten Analyse vier Millionen Datensätze von 67.000 börsennotierten Unternehmen auf Zombie-Merkmale untersucht. Das Ergebnis: Seit 2010 hat sich die Zahl solcher Unternehmen nahezu verdreifacht und noch sei kein Ende dieser Entwicklung in Sicht. Die OECD bezeichnet Firmen, die seit mehr als zehn Jahren am Markt bestehen und in drei aufeinanderfolgenden Jahren nicht in der Lage sind, ihre Zinslast aus dem operativen Ergebnis zu decken, als „Zombie-Unternehmen“.

Hauptursächlich dafür sei das mit der Finanzkrise begonnene Zeitalter des billigen Geldes bis hin zu den heutigen Negativzinsen, so Kearney. Diese Entwicklung ermögliche auch unprofitablen Unternehmen, sich zu refinanzieren, und vertage Insolvenzen in die Zukunft.

Im Zuge der Covid-19-Pandemie stieg nun die Anzahl der betroffenen Unternehmen 2020 mit plus 13 % nochmals deutlich in allen untersuchten Volkswirtschaften an. Sorgenkinder seien vor allem mit 7,5 % betroffenen Unternehmen der Immobilien-Bereich und mit 4,5 % der Online-Handel. Problematisch seien Zombie-Unternehmen vor allem am Kapitalmarkt, da Kapitalgeber auf die Solvenz der Unternehmen bauen und darauf basierend Kapitalentscheidungen treffen. (TT)


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