Stimmung endgültig am Boden: Österreich verliert auch gegen Schottland

So schnell kann die Stimmung kippen: Die rot-weiß-roten EURO-Helden kassierten am Dienstag gegen Schottland die nächste WM-Quali-Niederlage. Nach dem 0:1 ist selbst das Minimalziel Platz zwei in der Gruppe F in weite Ferne gerückt. Auf Teamchef Franco Foda warten ungemütliche Tage.

  • Artikel
  • Diskussion
Für Teamchef Franco Foda wird die Luft nach der nächsten Niederlage in der WM-Quali dünner.
© HANS PUNZ

Aus Wien: Tobias Waidhofer

Wien – Das altehrwürdige Ernst-Happel-Stadion hat schon viele Jahre auf den Buckel. Und seit die aktuelle Heimstätte des ÖFB-Nationalteams am 11. Juli 1931 eröffnet wurde, ist dort natürlich viel passiert: Es gab rot-weiß-rote Fußball-Triumphe ebenso wie Dramen, es wurde ein Champions-League-Finale (1995) und ein Endspiel der Europameisterschaft (2008) ausgetragen. Trotzdem gab es am Dienstag eine Premiere. Denn erstmals wurde im ehemaligen Praterstadion der Videobeweis angewendet: Und das zum Nachteil von Rot-Weiß-Rot, weil Lyndon Dykes den fälligen Elfmeter nach einem ebenso klaren wie dummen Foul von Martin Hinteregger mit etwas Glück verwandelte. So stand es nach einer halben Stunde vor 18.800 Zuschauern in Wien 0:1.

Dabei war Österreich – diesmal wieder mit Viererkette und drei Neuen (Ilsanker, Trimmel, Schaub) – gut aus den Startlöchern gekommen: Ein geblockter Alaba-Abschluss (5.), ein Arnautovic-Versuch (6.) und ein Baumgartner-Schuss (16.) waren die erste Beute. Dazwischen hatte aber schon einmal Dykes mit einem Kopfball ÖFB-Keeper Bachmann auf die Probe gestellt (8.).

⚽ WM-Qualifikation, Gruppe F

Österreich - Schottland 0:1 (0:1)

  • Tor: Dykes (30./Elfmeter)
  • Österreich: Bachmann - Trimmel, Dragovic, Hinteregger, Alaba - Ilsanker (56. Gregoritsch), Grillitsch (77. Ulmer) - Laimer (88. Kara), Schaub (76. Demir), Baumgartner - Arnautovic
  • Schottland: Gordon - Hendry, Hanley, Tierney - O'Donnell (77. McGinn), Gilmour (88. Ferguson), J. McGinn, McGregor, Robertson - Adams (88. Nisbet), Dykes (71. Christie)
  • Gelbe Karten: Hinteregger, Dragovic bzw. Adams, Hanley

Dänemark - Israel 5:0 (3:0)

  • Tore: Poulsen (28.), Kjaer (31.), Skov Olsen (41.), Delaney (58.), Cornelius (91.)

Färöer - Moldau 2:1 (0:0)

  • Tore: K. Olsen (68.), Vatnsdal (72.) bzw. Milinceanu (84.)

Doch es folgte der schon zu Beginn angesprochene schottische Führungstreffer. Danach kam von Österreich bis auf einen Grillitsch-Distanzschuss (34.) nicht mehr viel – und das war enttäuschend genug. Obwohl Schiedsrichter Kabakov kurz vor der Halbzeit bei einem Griff an Baumgartners Hals im Strafraum durchaus auch den Videobeweis bemühen hätte können. Die ÖFB-Elf wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

Österreich hatte dann auch zu Beginn der zweiten Halbzeit mehr von Ball und Spiel. Schottland zog sich zurück und wartete auf rot-weiß-rote Fehler. Die Suche nach dem Dosenöffner gestaltet sich für die Foda-Elf schwierig. Vor allem weil man gegen die kopfballstarken Briten in erster Linie mit Flanken agierte. Der erste Joker, den Foda dann zog, hieß Michael Gregoritsch – die ÖFB-Elf agierte nun mit einer Doppelspitze. In der Folge forderte Hinteregger nach einem Eckball vergeblich einen Elfmeter (56.). Und als Keeper Bachmann nach einer Stunde über die eigenen Füße stolperte, hätte es beinahe die kalte Dusche gesetzt.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Wenn der Stürmer selbst sagt, es war kein Elfer, sagt das eh alles. Keine Ahnung, warum der Schiedsrichter so entschieden hat. Da spielen deutsche gegen englische Legionäre, da geht es im Sechzehner schon zu. Für mich war es eindeutig zu wenig.
Martin Hinteregger zur Elfmetersituation

Auf der anderen Seite segelte eine Alaba-Hereingabe an Freund und Feind vorbei. Es war zum Verzweifeln – und auch die Fans wurden immer unruhiger. Zum Glück verhinderte Bachmann nach einen schottischen Konter das 0:2 (67. Minute). Doch auch bei einem McGinn-Schuss fehlte nicht viel (68.). 20 Minuten vor Schluss hallten „Foda-Raus“-Rufe durch das Oval.

Zumindest einmal gab es noch Grund zum Jubeln, nämlich als Foda eine Viertelstunde vor Schluss Yussuf Demir einwechselte. Beinahe wäre Baumgartner (70.) und Alaba (Freistoß/93.) noch der Ausgleich gelungen. Das war es dann aber ...


Kommentieren


Schlagworte