„Grüner Bericht 2020": Tirols Bauern haben kleinstes Einkommen

Während die Einkommen stagnierten, war die Agrar-Außenhandelsbilanz nahezu ausgeglichen.

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2020 wurden in Summe rund 2,3 Mrd. Euro an EU-, Bundes- und Landesmitteln für die Land- und Forstwirtschaft aufgewendet.
© Rudy de Moor

Wien – Heute präsentiert das Landwirtschaftsministerium im Ministerrat den „Grünen Bericht 2020“. Ergebnis: Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft betrug 2020 rund 9,4 Mrd. Euro (-0,7 %). Davon entfielen 7,7 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft und 1,7 Mrd. Euro auf die Forstwirtschaft. Letztere verzeichnete mit 1,7 Mrd. Euro einen Rückgang um 13,7 %. Die Exporte erhöhten sich dabei um 3,7 % auf 12,75 Mrd. Euro, die Importe um 0,24 % auf 12,77 Mrd. Euro.

Das durchschnittliche Einkommen betrug 2020 rund 28.000 Euro (inkl. Förderungen) und lag damit leicht im Plus. Im mehrjährigen Vergleich stagnieren die Einkommen jedoch. Tirol lag hier mit 17.630 Euro im Bundesländervergleich abgeschlagen an letzter Stelle. Hier zeigt sich Tirols hoher Anteil an Landwirtschaftlichen Betrieben in benachteiligten Lagen. Der Bergbauernverband kritisiert in diesem Kontext die nach der Einigung für den Gemeinsamen Markt (GAP) „nach wie vor ungerechte Verteilung der Agrarförderungen“. Zufrieden zeigt sich der Bauernbund. „Das Ziel, unsere ökosoziale Agrarpolitik als Vorzeigemodell in Europa zu etablieren, ist mit dieser GAP-Reform gelungen“, so Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Positiv sei auch, dass Basiszahlungen auf Almflächen wie bisher differenziert werden können.

2020 wurden insgesamt 2,3 Mrd. Euro an EU-, Bundes- und Landesmitteln für die Land- und Forstwirtschaft aufgewendet. Das sind um rund 4,5 % bzw. 96 Mio. Euro mehr als 2019. Für die 1. Säule im GAP wurden 710,5 Mio. Euro bzw. 32 % des Agrarbudgets aufgewendet. Die 2. Säule (ländliche Entwicklung) umfasste rund 1,05 Mrd. Euro. Für rein national finanzierte Maßnahmen wurden 2020 von Bund und Ländern in Summe 389 Mio. Euro aufgebracht.

Die von den 27 EU-Staaten fixierte GAP-Reform soll 2023 in Kraft treten. Dann müssen die Mitgliedstaaten mindestens 20 % der Agrar-Direktzahlungen an Landwirte in umwelterhaltende Maßnahmen investieren. Österreich will seinen eigenen Detailplan bis Ende 2021 erstellen. Aktuell gibt es darüber allerdings noch heftige Auseinandersetzungen. (hu)


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