„Impfung ist Schutz für Mutter und Kind“: Gynäkologie-Direktorin klärt auf

Bettina Toth von der Med-Uni Innsbruck empfiehlt die Corona-Impfung für Frauen, Unfruchtbarkeit sei ein „Märchen“.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Impfen in der Schwangerschaft kann helfen, Komplikationen durch eine Corona-Infektion zu vermeiden.
© iStock

Innsbruck – „Wir sollten die Corona-Impfung als Chance sehen, was wir alles erreicht haben“, sagt Bettina Toth, Direktorin der Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie an der Medizinischen Universität Innsbruck. In Internetforen kursieren Geschichten, welche eine Bedrohung der Fruchtbarkeit durch die Covid-19-Impfung heraufbeschwören. Skeptischen Frauen hält Toth Ergebnisse der Forschung entgegen.

Unfruchtbar mache eine Corona-Impfung genauso wenig wie ein Schnupfen. Frauen, die „irgendwann einmal Kinder haben wollen“, rät die Medizinerin zur Impfung, Frauen die zeitnah ihren Kinderwunsch verwirklichen wollen, empfiehlt Toth die Impfung und dann mit der Verwirklichung des Kinderwunsches vier Wochen zu warten. Wer schon schwanger ist, sollte sich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen. Es gehe um „Risikovermeidung“. Und es gebe bereits weit mehr Erkenntnisse als zu Beginn der Pandemie.

Infektion kann Komplikationen bei Schwangerschaft erzeugen

Entgegen der ursprünglichen Annahme, dass eine Corona-Infektion kaum Auswirkungen auf eine Schwangerschaft habe, sei nun klar, dass Komplikationen durchaus möglich sind. Derzeit werde etwa über die Auswirkungen einer Corona-Infektion auf die Qualität der Plazenta (versorgt das ungeborene Kind mit Nährstoffen, Anm.) geforscht. Zudem sei durch die Infektion eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt möglich.

Toth will Skeptiker positiv zur Impfung motivieren. „Eine Mutter, die Abwehrkräfte gegen das Coronavirus hat, gibt diesen Nestschutz an ihr Kind weiter.“ Die Impfung sei also „Schutz für Mutter und Kind“. Auch Zyklusveränderungen nach einer Impfung seien leicht als Immunreaktion auf die Impfung zu erklären. Und dass die Impfung unfruchtbar mache, sei schlicht „ein Märchen“, sagt die Wissenschafterin.

Auch bei Männern gebe es derzeit keine Hinweise für eine Veränderungen der Fruchtbarkeit nach Impfung. Bei schweren Corona-Infektionen seien hingegen in einigen Studien leichte bis mittelgradige Veränderungen im Spermiogramm beschrieben, diese hätten sich aber im Laufe der Zeit vielfach wieder normalisiert. (ver)


Kommentieren


Schlagworte