Pink-schwarzer Zank um die Kinderbetreuung in Tirol

Die NEOS bemängeln viele Lücken und Baustellen in der Kinderbetreuung in Tirol. Elementarpädagogen sollen in den Landesdienst – Palfrader lehnt ab.

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Jede Menge Aufholbedarf orten die NEOS in der Kinderbetreuungs-Landschaft in Tirol. Bildungslandesrätin Palfrader sieht den nicht.
© Keystone

Innsbruck – Kommende Woche startet auch Tirol wieder in ein neues Kindergarten- und Schuljahr. Und auch in den Kinderkrippen herrscht dann wieder Hochbetrieb. Was die Kinderbetreuung betrifft, so wollen zumindest die NEOS die schwarz-grüne Koalition schon jetzt zum Nachsitzen verdonnern. Denn die Pinken orten sowohl im Bereich der Elementarpädagogik (Krippen und Kindergärten) als auch in der schulischen (Nachmittags-)Betreuung noch jede Menge Aufholbedarf, wie man gestern vor Medien kritisierte.

Eine aus Sicht der NEOS größten Baustellen sei das nach wie vor fehlende flächendeckende Angebot in allen 279 Tiroler Gemeinden. Der Bedarf übersteige noch immer bei Weitem das Angebot, sagt NEOS-Landeschef Dominik Oberhofer. Entgegen den Beteuerungen aus dem Landhaus und den Gemeindestuben vernehme er in den Ausbaubestrebungen „Stillstand“. Insbesondere in den ländlichen Regionen. Dies sei auch eine Folge der teils offenen Finanzierungsfragen, so Oberhofer. Gerade durch Corona seien kommunale Einnahmequellen stark zurückgegangen, das Stemmen von Betreuungsangeboten schwierig. Jedoch stehe dem mitunter auch ein „ideologischer Hemmschuh“ im Wege – weil Kinderbetreuung eben nicht als das gesehen werde, was es mittlerweile sei: nämlich eine Bildungs- anstatt lediglich einer Betreuungseinrichtung.

Oberhofer sowie die beiden Gemeinderätinnen Dagmar Klingler (Innsbruck) und Birgit Obermüller (Kufstein) fordern deshalb nicht nur eine Vereinheitlichung bei den Betreuungstarifen – insbesondere bei den privat organisierten Krippen –, gemeindeübergreifende Kooperationen und eine bessere Kontrolle der Kompetenzvoraussetzungen beim Betreungspersonal, sondern auch, dass das Land künftig – ähnlich dem niederösterreichischen Modell – alle ElementarpädagogInnen in den Landesdienst stellt. Oberhofer rechnet mit Kosten von bis zu 35 Mio. Euro.

Für Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) ein pinker Wunsch an Christkind, der jeglicher Notwendigkeit entbehre: „Die PädagogInnen sind bei den Gemeinden gut aufgehoben.“ Zudem habe sich der Mix aus privaten und öffentlichen Betreuungseinrichtungen bewährt. Palfrader sieht hier keinen akuten Änderungsbedarf. (mami)

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