Umfragen für Laschet im Keller: Union malt „linke Gefahr“ an die Wand

CSU versucht mit drastischen Warnungen, Stammwähler zu halten. Doch selbst in Bayern legt die SPD in Umfragen kräftig zu.

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Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Unionsfrontmann Armin Laschet.
© Frederic Kern via www.imago-images.de

Von Gabriele Starck

Berlin, München – CDU und CSU wissen, dass sie das Ruder kaum noch herumreißen können. Ihre einzige Chance, die Bundestagswahl in zweieinhalb Wochen entgegen den Umfragen, die die SPD vorne sehen, doch zu gewinnen, sehen sie darin, die Angst der Deutschen vor einer linken Regierung zu schüren. Andere Themen scheint es im Wahlkampf nicht mehr zu geben.

Um die konservative Stammwählerschaft zu halten, formuliert es die CSU im Leitantrag für den morgigen Parteitag in Nürnberg drastisch: „Die Folgen eines Linksrucks wären verheerend. Schon die Umsetzung einiger Wahlziele von SPD, Grünen und Linken gefährdet den Wohlstand unseres Landes.“ Sowohl Programme als auch Personal von Rot und Grün seien links.

Doch selbst in Bayern sind die Warnungen bislang nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Die CSU stürzt hier in einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Rundfunks auf 28 Prozent ab (2017 erhielt sie 38,8, Prozent). Bei einer ähnlichen Wahlbeteiligung wie 2017 würde sie damit unter die Fünf-Prozent-Hürde fallen. CSU-Abgeordnete kämen aber dennoch in den Bundestag. Die dafür nötigen drei Direktmandate sind alles andere als in Gefahr. CSU-Chef Markus Söder spricht trotzdem von einer „sehr ernsten Situation“.

Auch deshalb, weil die SPD auch in Bayern im Vergleich zum Juli um 9 Prozentpunkte zugelegt hat und bei 18 Prozent hält. Dass die Sozialdemokraten auch hier von der Beliebtheit ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz profitieren, zeigt die Tatsache, dass dieser 57 Prozent Zuspruch (ein Plus von 17 Punkten seit Juli) von den Befragten erhält. Der einzige Trost für Söder: Er liegt mit 63 Prozent im Personenranking noch vor Scholz.

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Doch das bringt keinen Sieg, und eine Regierungsbeteiligung der Union unter einer SPD-Kanzlerschaft bezweifelt Söder. „Wenn die SPD vorne liegt, wir sie alles tun, dass sie am Ende eine andere Regierung bildet.“ Das bestätigte Olaf Scholz in der NDR-Wahlarena Mittwochabend indirekt, indem er meinte: Sein Ziel sei die Union in der Opposition.

Und der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet? Der besuchte gestern Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron – zwei Tage nach Scholz.


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