Um Geld zu kassieren: Tiroler versteckte tote Mutter im Keller

Um weiterhin Sozialleistungen beziehen zu können, vertuschte ein 66-jähriger Tiroler über ein Jahr lang den Tod seiner Mutter.

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Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Es war ein letzter Versuch, die Tatsachen zu leugnen und das unausweichliche Ende des Schwindels hinauszuzögern: Als Polizeibeamte vergangenen Samstag vor der Türe eines 66-jährigen Mannes im Bezirk Innsbruck-Land standen und dessen Mutter sehen wollten, hatte dieser eine Ausrede parat. Die Mutter sei im Krankenhaus in stationärer Behandlung und könne deswegen nicht mit den Beamten sprechen. "Das zu überprüfen war dann natürlich relativ einfach", sagt Helmuth Gufler von der "Taskforce Sozialleistungsbetrug" der Tiroler Polizei.

Tatsächlich wusste im Krankenhaus niemand von der Frau und keine halbe Stunde später klingelten die Beamten erneut bei dem Mann. Da erst schien dieser zu realisieren, dass nun keine Ausflüchte mehr helfen würden. "Die Mama liegt im Keller", habe er schließlich erklärt, berichtet Gufler.

Im Keller des Einfamilienhauses fanden die Ermittler tatsächlich die mumifizierte Leiche der 89-jährigen Frau. Sie war im Juni des vergangenen Jahres gestorben – laut Obduktion eines natürlichen Todes. Um jedoch weiterhin Pensions-und Pflegegeld beziehen zu können, vertuschte der beschäftigungslose Sohn den Tod seiner Mutter.

📽️ Video | Sohn versteckte tote Mutter im Keller:

Zunächst habe er die Leiche mit Kühlakkus gekühlt, später dann mit Katzenstreu bedeckt, sagt Gufler. Dadurch kam es zu keiner Geruchsentwicklung und die Mumifizierung der Leiche setzte ein. Dem zweiten Sohn der Frau habe der Mann erklärt, dass sich die Mama im Krankenhaus befinde. Auch in der Nachbarschaft war das Verschwinden der Frau nicht weiter aufgefallen, sie dürfte in den letzten vier, fünf Jahren bis zu ihrem Tod das Haus nicht mehr verlassen haben, sagt Gufler.

Dass die Ermittler dem Betrug überhaupt auf die Spur gekommen sind, ist einem neuem Briefzusteller zu verdanken, der darauf bestanden hatte, bei der Übergabe der Geldbeträge die Frau zu sehen. Als der Sohn das ablehnte, wurde das Geld an die Stellen zurückgeschickt, was schließlich zu den Ermittlungen führte.

Der finanzielle Schaden liegt bei rund 50.000 Euro, der 66-Jährige wird wegen schweren Betrugs und Störung der Totenruhe angezeigt.


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