Offenbar Grab von Taliban-Gegner Ahmad Shah Massoud teils zerstört

In den 1990er-Jahren leistete Ahmad Shah Massud erbitterten Widerstand gegen die herrschen Extremisten. Zwei Tage vor den Anschlägen von 9/11, also vor exakt 20 Jahren, wurde er dann bei einem Anschlag getötet. Nach der erneuten Machtübernahme der Taliban wurde sein Grab teilweise zerstört.

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Eine Porträt von Massoud in Kabul.
© AAMIR QURESHI

Kabul – Das Grab des legendären Anführers der Nordallianz und Taliban-Gegners, Ahmad Shah Massoud, im afghanischen Panjshir-Tal ist offenbar teils zerstört worden. In sozialen Netzwerken kursierten am Donnerstag Fotos und Videos vom beschädigten Grab Massouds. Auf diesen ist zu sehen, dass die Glasplatte über dem Grab kaputt ist und der Stein am oberen Ende des Grabes umgefallen und in drei Stücke zerbrochen ist. Massouds Todestag jährt sich am Donnerstag zum 20. Mal.

Ahmad Shah Massud, besser bekannt als der "Löwe von Panjshir", hatte in den 1990er-Jahren erbitterten Widerstand gegen die militant-islamistischen Taliban geleistet, bis er bei einem Selbstmordattentat zwei Tage vor dem 11. September 2001 getötet wurde. Er wird von vielen Afghanen als Nationalheld gefeiert, von anderen aber auch kritisiert.

Sein Grab befindet sich auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe von Basarak, der Provinzhauptstadt Panjshirs. Vor allem an Freitagen fuhren in der Vergangenheit oft mehr als hundert Anhänger zu der Grabstelle, um Massoud zu gedenken und zu beten.

Es ist unklar, wie das Grab zerstört wurde. Die Taliban haben nach rund einer Woche schwerer Gefechte mit Widerstandskämpfern in dem Tal am Montag erklärt, die Provinz stünde unter ihrer Kontrolle. Nutzer in sozialen Medien beschuldigten die Islamisten. Auf einem der Videos ist zu sehen, dass ein Taliban-Kämpfer vorschlägt, den Stein nach Kabul zur Reparatur zu bringen.


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