Geburtstag ohne „Weihrauch“: Benefizaktion zu Bischof Stechers 100er

Zum 100er des großen Tiroler Bischofs Reinhold Stecher richtet der Gedächtnisverein den Blick in die Zukunft, u. a. mit einer landesweiten Benefizaktion.

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Von Stecher inspiriert (v. l.): Barbara Baumgartner (Rainbows), Paul und Inge Ladurner, die Philatelisten Herbert Wiessner und Gerhard Thomann, Michael Schallner (Diözese), Gottfried Kompatscher und Peter Jungmann.
© Domanig

Innsbruck – Am 22. Dezember 2021 würde Bischof Reinhold Stecher seinen 100. Geburtstag feiern. Ein Jubiläum, an dem man in Tirol nicht vorbei kann – schließlich ist der 2013 verstorbene Geistliche bis heute ungemein populär. Als Freund und Wegbegleiter, Seelsorger und Bergsteiger, Autor und Maler habe Stecher das Land nachhaltig geprägt, sagt Peter Jungmann, Obmann des Bischof-Stecher-Gedächtnisvereins. Doch er stellt klar: „Wir wollen nicht verklärt zurückschauen und Personenkult treiben, sondern uns von ihm für die Zukunft inspirieren lassen.“ Frei nach dem von Stecher selbst zitierten Spruch, wonach man mit Weihrauch „keinen Brustzug“ machen solle: „Das verdirbt den Charakter.“

Besonders wichtig ist dem Verein daher „ein Geburtstagsgeschenk, mit dem man in junge Menschen investiert“ – in Form einer landesweiten Benefizaktion namens „Talenteförderung“. Diese soll gezielt Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in Tirol unterstützen – alle sind eingeladen, Projekte mitzuteilen, bei denen sie Unterstützung brauchen (bis 8.10. an: office@bischof-stecher-verein.at). Exemplarisch stellte sich gestern der Verein Rainbows Tirol vor, der Kinder und Jugendliche nach Trennungs- und Verlusterlebnissen und – neu – auch bei psychischer Erkrankung eines Elternteils begleitet.

Auch sonst tut sich um den „Hunderter“ enorm viel: Der Österreichische Alpenverein hat z. B. 100 Eisentafeln mit Stecher-Berg- und Naturzitaten anfertigen lassen, die zugunsten der Aktion „Wasser zum Leben“ (Brunnen- und Bewässerungsprojekte der Caritas in Mali) verkauft werden. Am 8. Dezember wird im Innsbrucker Dom der „Stecher-Advent“ gefeiert, umrahmt von den Wiltener Sängerknaben. Bereits im November präsentiert die Post eine neue Weihnachtsmarke mit Stecher-Motiv, zudem widmet der Philatelistenklub Olympisches Dorf dem Bischof zum Geburtstag eine Sondermarke. Eine Übersicht über die vielen Veranstaltungen und Aktionen findet man auf: bischof-stecher-verein.at

Der Tyrolia-Verlag, für den Stecher laut Verlagsleiter Gottfried Kompatscher „seit Jahrzehnten der Bestsellerautor ist“, würdigt Stecher mit einem „Best of“ seiner 20 Bücher unter dem Titel „Herz ist Trumpf“, unveröffentlichte Texte und Bilder inklusive.

Inge Ladurner, die mit ihrem Mann Paul den Stecher-Nachlass verwaltet, erinnerte an dessen kritischen Geist: „Für viele wäre er heute sehr unangenehm.“ Denn was derzeit, etwa in der Flüchtlingsfrage, „als christlich-sozial verkauft wird, ist oft nur ein Pickerl, kein Gütesiegel“. (md)


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