Ortsstrecken erradeln: Roppen und Sölden treten in die Pedale

Mehr Radfreundlichkeit, also alltagstaugliches, sicheres Radfahren, steht ganz oben auf der Wunschliste mehrerer Oberländer Gemeinden.

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In Sölden fuhren Radfahrer ihre Gemeinde ab. Diese Erfahrungswerte werden im Herbst ausgewertet und in ein Konzept eingebettet.
© Klimabündnis Tirol

Von Thomas Parth

Roppen, Sölden – Imst hat schon eines, Haiming und Nassereith arbeiten dran und Roppen sowie Sölden wollen ein „Fahrradkonzept“. Alle Bemühungen, um den Alltagsverkehr Richtung Rad zu lenken, sollen langfristig in eine Wunsch- und Maßnahmenliste fließen.

Den Auftakt dazu stellt ein Radtag dar, an dem eine Gruppe Fahrradfahrer den Ort „abradelt“. Diese Form des Praxistests hat Roppen bereits im Juni, Sölden erst diese Woche hinter sich gebracht. Wertvolle Informationen über Verkehrshindernisse, Gefahrensituationen oder auch positive Erfahrungswerte werden dabei erhoben.

Am Beispiel Sölden, wo die „Bike Republic“ zahlreiche Touristen anlockt, erkenne man gut, wie öffentliche und touristische Bemühungen Hand in Hand gehen. „Unser Fokus liegt nicht auf attraktiven Downhillstrecken. Es geht uns darum, den hausgemachten Nahverkehr zu verringern. Kurz zur Apotheke oder zum Nahversorger mit dem Rad statt mit dem Auto“, verdeutlicht Gisela Egger von der Klimamodellregion (KEM) die Stoßrichtung.

Das Verkehrswesen ist auf den Autoverkehr zugeschnitten. Zusammen mit dem Klimabündnis Tirol und der KEM als Finanzierungspartner wollen die Gemeinden mehr Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer wie die Fahrradfahrer nehmen. „Eltern sollen nicht Angst um ihre Kinder haben müssen, wenn sie mit dem Radl zur Schule fahren“, wünscht sich Egger für die Bürger. Einige Maßnahmen wie zusätzliche oder richtig positionierte Verkehrsschilder oder Radlständer seien rasch umsetzbar. „Andere Maßnahmen benötigen vielleicht mehr Vorlaufzeit und sind intensiver in der Finanzierung. Ein Konzept listet die Möglichkeiten auf und hat den Vorteil, dass eine Gemeinde die einzelnen Schritte nach finanziellen Möglichkeiten abarbeiten kann“, zeigt Egger auf.

Noch im Herbst folgen weitere Workshops in Roppen und Sölden, in deren Rahmen die Erfahrungswerte analysiert werden. „Langfristig wäre es sehr zu wünschen, wenn sich allerorts Ansprechpersonen herauskristallisieren, die die Umsetzung des Fahrradkonzeptes vorantreiben“, hofft Egger auf „Brückenpfeiler“ in den Gemeinden.


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