Unterführung in Prutz: Spatenstich mit 30 Jahren Verspätung

In den kommenden drei Jahren wird in Prutz eine Unterführung für die Reschenstraße gebaut. Gestern fand der Spatenstich statt.

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Christian Molzer (Abteilung Landesstraße), Landeshauptmann Günther Platter und BM Heinz Kofler beim Spatenstich.
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Von Matthias Reichle

Prutz – In den 80er-Jahren fuhren noch um die 200 Pkw pro Stunde auf der Reschenstraße durch Prutz, im heurigen Sommer waren es 1165. An Spitzentagen frequentieren über 25.000 Fahrzeuge täglich die Nord-Süd-Achse und sorgen in der Obergrichter Gemeinde für kilometerlange Staus. So alt wie das Verkehrsproblem ist der Wunsch nach einer Entlastung. Gestern fand nun der offizielle Spatenstich für ein Megaprojekt statt. In den nächsten drei Jahren – bis Herbst 2024 – wird die Reschenstraße bei Prutz unter die Oberfläche verlegt.

Die Prutzer rückten zu diesem Anlass mit Schützen und Musikkapelle aus. Vor 31 Jahren habe man das erste Mal beim Bund für eine Lösung interveniert, erinnert Bürgermeister Heinz Kofler. Damals hieß es, eine Unterflurtrasse sei zu teuer: 30 Millionen Schilling hätte sie gekostet.

Für das Projekt, das man jetzt in Angriff nimmt, rechnet man mit inzwischen 32 Mio. Euro. Der gesamte überregionale Verkehr fließt künftig durch eine Unterführung, für den regionalen Verkehr wird ein 35 Meter großer Kreisverkehr gebaut. Die Straße wird somit kreuzungsfrei. Für Landeshauptmann Günther Platter stand vor allem die Verkehrssicherheit im Vordergrund. Es sei eine wesentliche Verbesserung für die Fußgänger, aber auch für die Flüssigkeit des Verkehrs.

Der Bau wird nicht nur aufgrund der beengten Platzverhältnisse zu einer Herausforderung für die Techniker. Für die sieben Meter tiefe Unterführung braucht es etwa „eine wasserdichte Baugruben-Umschließung aus Großbohrpfählen“, erklärte Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Landesstraßen und Radwege. Damit der Verkehr trotzdem aufrechterhalten werden kann, wird die Böschung des Inn aufgeschüttet und eine zweispurige Umfahrungsstraße mit einer Länge von 400 Metern angelegt.

Für die Bevölkerung wird die Baustelle freilich zur Belastung, sagte Bürgermeister Kofler. „Jetzt haben wir 30 Jahre gewartet, jetzt werden wir die drei Jahre aushalten.“


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