Harte Urteile für Pink-Panther-Räuber bei Prozess in Innsbruck

Wie schon früher verurteilte Bandenmitglieder fassten zwei schweigsame Serben gestern am Landesgericht Strafen bis 12 Jahre und sieben Monate aus.

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Zwei mutmaßliche Mitglieder der Pink-Panther-Bande standen am Dienstag in Innsbruck vor Gericht.
© Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck, Kitzbühel – Über gut fünfzehn Jahre hatten Mitglieder der Pink-Panther-Organisation Juweliere in ganz Europa heimgesucht. Mit teils brutal ausgeführten Blitzüberfällen überrumpelten die meist aus Balkanstaaten stammenden Räuber anfangs Exekutive und Sicherheitssysteme – stellten die fast schon militärisch agierenden Kleingruppen von Spezialisten doch eine völlig neue Art von Verbrechertum dar.

Auch Tirol schlossen die Panther mehrfach in ihre Raubzüge ein. 2011 erbeuteten sie in Innsbruck mitten in der Innenstadt 92 Uhren im Wert von 716.610 Euro. Im Jahr 2016 machten sie dann in Kitzbühel in Form von 71 Rolexarmbanduhren für 1,47 Millionen Euro fette Beute. Zuvor erwischte es noch einen Juwelier in der Innsbrucker Altstadt: Unter Verwendung einer Softgun wurden Schmuck und Uhren im Wert von 605.000 Euro geraubt.

Zwei Mitglieder der gefürchteten Fraktion „Juwelierraub“ mussten sich zu diesen Überfällen und weiteren Tatorten in Wien und Linz einfinden. Die Serben (37, 35) waren allerdings direkt aus der Untersuchungshaft zu einem Schöffensenat des Landesgerichts gekommen. Hatten sie doch schon zuvor in der Schweiz 44 und 43 Monate Haft ausgefasst. Der 35-Jährige zudem schon einmal für einen Raubüberfall in Dänemark vier Jahre Haft.

Trotzdem war die Innsbrucker Anklage von Staatsanwalt Dieter Albert kein „Spaziergang“ für die Profi-Räuber – bis 15 Jahre Haft drohten. Aufgrund von Videoaufnahmen und vorliegenden DNA-Spuren bauten deshalb beide auf den massivsten Milderungsgrund im österreichischen Strafrecht: das Geständnis.

Ansonsten blieb das Aussageverhalten hochprofessionell. Das Duo äußerte nämlich keine Silbe zu Tatabläufen, Mittätern oder dem Verbleib der Beute.

Rudolf Mayer, bekannter Wiener Verteidiger des Zweitangeklagten, betonte mildernd dazu, dass es sich bei den Sturmgewehren nur um Attrappen und bei den Pistolen um Softguns gehandelt habe. Ja, und die Hacken seien ja nur für Scheiben verwendet worden, um die Raubzüge, wie einmal in 57 Sekunden, durchführen zu können.

So ergingen auch die Zusatzurteile relativ schnell. Den Erstangeklagten trafen als Strippenzieher innerhalb der Organisation 12 Jahre und sieben Monate Haft, den Zweitangeklagten acht Jahre und ein Monat Haft. Die Urteile sind rechtskräftig. Die Haftjahre werden nun beidseits in Österreich verbüßt.

📽️ Video | Tiroler Pink-Panther-Prozess


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