Sturm gewinnt dank Last-Minute-Treffer, erster Saisonsieg für Austria

Die Austria hat in der siebenten Bundesliga-Runde den ersten Saisonsieg eingefahren. Durch ein Auswärts-2:0 gegen den LASK gaben die „Veilchen“ die Rote Laterne an die WSG Tirol ab, die Linzer sind nun Vorletzter. Tabellenzweiter Sturm Graz schaffte daheim gegen Austria Klagenfurt ein 2:1 und liegt weiterhin sieben Punkte hinter Spitzenreiter Salzburg. Altach gegen Ried endete 1:1.

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Jakob Jantscher erzielte den Ausgleichstreffer für Sturm.
© Richard Purgstaller

Sturm Graz – Austria Klagenfurt 2:1

Sturm Graz hat sein Standing als Nummer zwei in der laufenden Fußball-Bundesliga-Saison am Sonntag glücklich gefestigt. Die Steirer kamen dank eines Treffers von Gregory Wüthrich in der 94. Minute zu einem 2:1-Heimsieg gegen Aufsteiger Austria Klagenfurt. Damit glückte die Generalprobe vor dem Start in die Europa-League-Gruppenphase am Donnerstag auswärts beim französischen Toplcub AS Monaco. Für Sturm ist es das Gruppenphasen-Comeback nach zehnjähriger Abwesenheit.

Nach zwei Remis gegen die Austria (2:2) und Admira (1:1) kehrten die Grazer auf die Siegerstraße zurück und sorgten dafür, dass der Sieben-Punkte-Rückstand auf Leader Salzburg nach der 7. Runde nicht noch größer wurde. Für Sturm war es der fünfte Erfolg gegen einen Aufsteiger in Folge, in der 7. Runde der Liga sorgten sie als einziges Team für einen Sieg vor eigenem Publikum. Sturm ist mittlerweile acht Pflichtspiele ungeschlagen. Jakob Jantscher (31.) hatte die Klagenfurter Blitzführung durch Christopher Cvetko (3.) mit einem Elfmeter ausgeglichen.

Sturm-Trainer Christian Ilzer änderte seine Anfangsformation im Vergleich zum 1:1 bei der Admira an zwei Positionen, Jusuf Gazibegovic (für Lukas Jäger) und der rechtzeitig fit gewordene Jantscher (anstelle des zu Beginns noch geschonten Jon Gorenc-Stankovic) waren neu dabei. Bei den Kärntnern ersetzte Lennart Moser seinen gesperrten Landsmann Philipp Menzel im Tor. Zudem durften sich Linksverteidiger Till Schumacher und Stürmer Florian Rieder in der Startelf versuchen.

Für die Austria hätte der Start nicht besser verlaufen können. Nach einer Gemicibasi-Ecke stieg Cvetko am Höchsten und traf via Aufsetzer per Kopf. Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl war zwar dran, konnte den alles andere als unhaltbaren Ball aber nicht bändigen. Der Aufsteiger nahm den Schwung mit, war aggressiv im Kampf gegen den Ball und schaltete immer wieder auch schnell und gefährlich um. In der 17. Minute ging ein Abschluss von Markus Pink mit der Ferse drüber. Eine Minute nachdem Kelvin Yeboah für Sturm erstmals gefährlich geworden war, wurde ein Greil-Weitschuss gerade noch geblockt (22.).

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Der Ausgleich lag also nicht wirklich in der Luft, fiel aber trotzdem. Michael Blauensteiner bekam im Strafraum den Ball an die Hand und Schiedsrichter Walter Altmann zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Die Entscheidung hielt auch dem VAR-Check stand und Jantscher verwertete souverän. Das war ein Weckruf für die Hausherren, die angetrieben von den 8.070 Fans besser ins Spiel fanden und plötzlich dem Führungstreffer näher waren. Ein Dante-Flachschuss ging nur knapp vorbei (39.), bei einem Sarkaria-Weitschuss war Moser auf dem Posten (41.).

Auch in der zweiten Hälfte hätte es für die Grazer beinahe eine kalte Dusche gegeben. Pink scheiterte mit einem Kopfball vom Fünfer nach Rieder-Flanke am diesmal glänzend reagierenden Siebenhandl (50.). Sonst machten die Grazer mehr fürs Spiel. Positiv wirkten sich auch die Hereinnahmen von Gorenc Stankovic sowie dem ebenfalls zuletzt angeschlagenen Otar Kiteishvili aus. Vor allem der Georgier bereitete den Klagenfurtern enorme Probleme.

In der 72. Minute fand er in Moser seinen Meister, dann setzte er zweimal das Leder am Gehäuse vorbei (83., 87.). Dazwischen hatte auch Kelvin Yeboah mit einem akrobatischen Abschluss sein Können aufblitzen lassen (77.). Als alle schon mit dem Schlusspfiff spekulierten, schlugen die Grazer doch noch zu. Eine schöne Kombination über Sarkaria und Kiteishvili schloss Wüthrich mit einem wuchtigen Abschluss im Strafraum ab. Es war quasi die letzte Aktion, Klagenfurt-Coach Peter Pacult verließ sehr verärgert sofort den Platz.

LASK – Austria 0:2

Die Wiener Austria hat am Sonntag ihren ersten Sieg in dieser Fußball-Bundesliga-Saison gefeiert. Die "Veilchen" gewannen in der siebenten Runde auswärts gegen den LASK durch Tore von Eric Martel (76.) und Noah Ohio (95.) mit 2:0 und gaben damit die Rote Laterne an die WSG Tirol ab. Nur einen Punkt davor liegen die auf den vorletzten Platz abgerutschten Linzer.

Die Austria hätte schon in der Anfangsphase den Sack zumachen können, als einige hochkarätige Möglichkeiten liegengelassen wurden. Marco Djuricin lief allein auf Alexander Schlager zu, schupfte dem LASK-Goalie allerdings den Ball in die Arme (3.). Wenige Sekunden später rollte Djuricin den Ball aus guter Position neben das Tor.

Markus Suttner (FK Austria Wien) und Thomas Goiginger (LASK) am Sonntag in Pasching.
© EXPA/ROLAND HACKL

In der siebenten Minute wurde ein Schuss von Aleksandar Jukic gerade noch von der LASK-Abwehr geblockt. Nach dem darauffolgenden Corner wehrte Schlager einen Schuss von Christian Schoissengeyr ab, den abspringenden Ball beförderte Djuricin über die Latte.

Erst danach konnte sich die neuformierte Defensive der Hausherren stabilisieren, die Austria wurde vor der Pause nur mehr bei von Schlager gebändigten Schüssen von Lukas Mühl (31.) und Johannes Handl (45.) halbwegs gefährlich. Doch auch vom LASK war in der Offensive herzlich wenig zu sehen – ein Schlenzer von Hong Hyun-seok, den Austrias Schlussmann Patrick Pentz entschärfte, und ein Kopfball von Thomas Goiginger neben das Tor (40.) blieben vorerst das Höchste der Gefühle.

Nach dem Seitenwechsel stand die Partie zunächst im Zeichen des LASK, doch Torchancen der Oberösterreicher waren weiterhin Mangelware. Im Finish wurde dann wieder die Austria gefährlicher. Ohio vermasselte sich mit einer schlechten Ballmitnahme selbst eine Topchance (73.), Schlager wehrte einen Ball von Muharem Huskovic zur Ecke (75.).

Den anschließenden Corner verteidigte der LASK so schlecht, dass Martel vom Fünfer einschießen konnte. Dem Deutschen war zuvor in dieser Aktion der Ball an den Arm gesprungen, dennoch verzichtete der Videoreferee auf eine Annullierung des Treffers. In der 89. Minute hätte die Austria beinahe das 2:0 erzielt, Ohio jubelte aber zu früh, er war laut VAR im Abseits gestanden. Dafür musste der Angreifer nach optimaler Huskovic-Vorarbeit in der 95. Minute nur noch zum Endstand einschieben.

Davor war dem LASK mit Ausnahme eines Fehlschusses von Goiginger (92.) nichts mehr eingefallen. Die Austria fuhr damit den ersten Liga-Sieg über die Linzer nach zuvor elf erfolglosen Versuchen ein. Der LASK wiederum wartet seit April auf einen Heimsieg und verpatzte die Generalprobe für das Auswärtsmatch in der Conference League am Donnerstag gegen HJK Helsinki.

Altach – Ried 1:1

Mit einem 1:1 (1:1) und einer Punkteteilung haben sich am Sonntag Altach und Ried in der siebenten Runde der Fußball-Bundesliga getrennt. Stefan Nutz (2.) für die Gäste aus Oberösterreich und Atdhe Nuhiu (24.) erzielten die Treffer in einer durchschnittlichen Partie, die verdientermaßen keinen Sieger brachte. Ried bleibt mit elf Punkten Dritter hinter Sturm Graz (11), das erst am späten Nachmittag auf Austria Klagenfurt traf. Altach ist mit acht Zählern vorläufig Achter.

Ried startete fulminant, Nutz beförderte eine gefühlvolle Vorlage von Seifedin Chabbi per Fersler aus wenigen Metern ins Tor. Mit teils offensivem Pressing ließen die Gäste den Vorarlbergern in der Folge wenig Spielraum, der sich erst in der 24. Minute erweiterte. Ried-Goalie Samuel Sahin-Radlinger konnte eine Hereingabe von Nosa Edokpolor nur wenige Meter nach vorne prallen lassen, von einem Ried-Verteidiger fiel der Ball zu Nuhiu der aus Kurzdistanz abstaubte. Nach VAR-Check wegen möglichem Abseits wurde das Tor gegeben.

Altach hatte plötzlich Oberwasser, Sandi Krizman scheiterte erst aus aussichtsreicher Position am Bein von Constantin Reiner (28.), sieben Minuten darauf verpasste der Kroate eine gute Hereingabe nur hauchdünn. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte dominierten die Altacher, bei denen nach den Verletzungen von Tino Casali und Jakob Odehnal der "abmontierte" und zuletzt offen kritische Martin Kobras das Tor hütete.

Aus ihrem Ballbesitzvorteil konnte Altach aber kein Kapital schlagen, die Partie plätscherte vor sich hin. Sahin-Radlinger wurde einzig bei einem Freistoß von Manuel Thurnwald geprüft (52.), Ried wurde erstmals wieder bei einem knapp am Tor vorbeistreichenden Freistoß von Nutz auffällig (68.) und durfte nach einer Abseitsentscheidung nicht über das vermeintliche Tor von Leo Mikic jubeln (75.).

Gegen Ende der Partie konnte Altachs Jan Zwischenbrugger Sahin-Radlinger mit einem zu zentralen Kopfball nicht in Verlegenheit bringen (71.), auch einem Nuhiu-Köpfler über das Tor war kein Glück beschieden (79.). In der Nachspielzeit zielte Rieds Murat Satin nach einen Konter ebenso über das gegnerische Gehäuse. (APA)


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