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Andrea Mayer im TT-Interview: „Wir müssen Strukturen überdenken“

Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) forciert, dass Kulturbetriebe offen bleiben. Ein Gespräch über das Miteinander in Krisen, gerechte Gagen als Förderbedingung und Kulturpolitk abseits von Hochglanzbroschüren.

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Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) reiste anlässlich der Eröffnung der Klangspuren nach Tirol.
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Ab Mittwoch gilt der Corona-Stufenplan. Ist ein neuerlicher Kultur- und Veranstaltungslockdown dadurch ausgeschlossen?

Andrea Mayer: Das Wichtigste ist, dass wir alles dafür tun, dass Kulturbetriebe offen bleiben und dass es auch keine Kapazitätsbeschränkungen gibt. In Stufe eins mit 3 G für alle Veranstaltungen ab 25 Personen bedeutet das, dass sich für die Kultur wenig verändert. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass sich die Menschen impfen lassen. Das ist die Versicherung, um am öffentlichen Leben unbeschwert teilnehmen zu können. Ich möchte aber auch an die VeranstalterInnen und KünstlerInnen appellieren, ihre Planungen fortzusetzen. Die Pandemie kommt in Wellen. Die Situation ist von Welle zu Welle unterschiedlich, aber solange wir Impfstoffe haben, die gegen die Varianten wirken, ist das Ganze meiner Meinung nach in Griff zu kriegen, ohne das öffentliche Leben reduzieren zu müssen.

Wagen wir ein Zwischenfazit. Wie ist die gern beschworene Kulturnation Österreich bislang durch die Krise gekommen?

Mayer: Der Begriff der Kulturnation hat etwas Imperiales, das mag ich nicht besonders. Aber Kunst und Kultur haben in Österreich einen hohen Stellenwert. Es gibt herausragende KünstlerInnen in allen Sparten und sowohl im ländlichen als auch im urbanen Raum viel kulturelles Angebot. Diese Vielfalt muss erhalten bleiben. Mein Anliegen ist es, noch mehr möglich zu machen. Im Großen und Ganzen, das bestätigen auch Rückmeldungen von KünstlerInnen, haben die Hilfsmaßnahmen gegriffen und viel bewirkt. Lebenshaltungskosten konnten bestritten werden, Kulturbetriebe wurden am Leben gehalten. Die Pandemie war für die ganze Branche eine wahnsinnig schwierige Zeit. Es hat sich gezeigt, dass wir die Krise nur miteinander bewältigen können.


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