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Blutkonserve per Drohne: Rettung aus der Luft mit Hindernissen

Das Rote Kreuz würde lieber heute als morgen Blutkonserven per Drohnen ausliefern. Noch scheitert es an der Technik – und der Bürokratie. Das Problem haben die Feuerwehren nicht.

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Ein Mitarbeiter am Luftfahrtsinstitut der FH Joanneum zeigt die Blutkonserven-Drohne.
© FH Joanneum

Von Matthias Christler

Eine Notoperation im Krankenhaus, der Patient benötigt Blut, viel Blut, mehr als vor Ort greifbar ist. Weil jede Sekunde zählt, wird eine neue automatische Rettungskette in Gang gesetzt. Nur wenige Momente nach der Alarmierung hebt im Blutdepot eine Drohne ab, an Bord die notwendige Blutkonserve, und fliegt mit 80 km/h in einem festgelegten Flugkorridor am schnellsten Weg, ohne Verkehr und ohne Hindernisse, zum Krankenhaus.

So will das Österreichische Rote Kreuz in Zukunft auf Drohnen setzen. Bundesrettungskommandant Gerry Foitik erklärt, warum: „Allein in der Region Wien/Burgenland kommt es im Jahr 1000-mal vor, dass ein Krankenhaus noch dringend eine Lieferung von Blutkonserven braucht. Von diesen Blaulichttransporten gibt es wiederum einen Teil, der sinnvoller mit Drohnen zugestellt werden könnte, weil es vor allem in der Stadt durch den Direttissima-Flug einen Zeitvorteil gäbe.“

In Ruanda werden schon seit drei Jahren Blutkonserven und Medikamente mit einer flugzeugähnlichen Drohne verschickt.
© imago

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