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30 Jahre Ötzi-Fund: Südtirol und das Geschäft mit der Leiche

300.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Archäologiemuseum in Bozen, um Ötzi zu sehen. Mit der Eismumie werden in Südtirol viele Millionen Euro erwirtschaftet. In Zukunft könnten die Kassen noch lauter klingeln.

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5,6 Millionen Menschen sahen sich die 1,57 Meter große und 13 Kilogramm schwere Mumie seit der Eröffnung des Archäologiemuseums in Bozen im Jahr 1998 an.
© APA

Von Benedikt Mair

Innsbruck, Bozen – Der 1,57 Meter große mumifizierte Körper wiegt lediglich 13 Kilogramm. Ein Schwergewicht ist er trotzdem. Zumindest touristisch. Im Schnitt 300.000 Menschen besuchen jährlich das Archäologiemuseum in Bozen, wo der als Ötzi bekannte Tote in einer Kühlkammer aufbewahrt wird. Die Geschäfte mit der Leiche dieses Mannes, der vor mehr als 5000 Jahren am Tiesenjoch starb, laufen gut.

Unweit des Talferbaches, am Rande der Fußgängerzone der Südtiroler Landeshauptstadt steht ein an sich unscheinbares, mehrstöckiges Haus. Ursprünglich als kaiserlich und königliches Bankgebäude zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet, beherbergt es heute das Archäologiemuseum. Auf rund 1200 Quadratmetern werden Funde aus der Ur- und Frühgeschichte präsentiert. Drei Viertel der Ausstellung sind aber der unangefochtenen Hauptattraktion gewidmet: Ötzi und die Kleider, Waffen, Werkzeuge, welche er zum Zeitpunkt seines Todes bei sich trug. Am 19. September 1991 wurde er von zwei Wanderern in den Ötztaler Alpen entdeckt. Der Fund war eine Sensation. Und hat auch nach 30 Jahren nichts an Faszination verloren.


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