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Mit dem dritten Stich „überfallen“: Ärzte kritisieren das Land Tirol

Ärztekammer übt massive Kritik am Land, weil Auslieferung von Impfdosen für Auffrischung (80+) ohne Abstimmung erfolgte.

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Impfdosen ohne Anforderung: Die Ärzte sind auf das Land sauer.
© Mühlanger

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – 30 Flaschen für bis zu 210 Impfdosen der Marke BioNTech. Wann er denn gedenke, diese – ihm zugeordnete – Tranche für die Auffrischungsimpfung („3. Stich“) der Gruppe der über 80-Jährigen abzuholen? Mit dieser Anfrage aus einer Apotheke sah sich Anfang dieser Woche ein niedergelassener Arzt (Name der Redaktion bekannt) im Großraum Innsbruck konfrontiert.

Der Mediziner war perplex. Nicht etwa, weil er diese Risikogruppe nicht erneut impfen wollen würde oder etwa mit der Aktion Auffrischung nicht gerechnet hätte – vielmehr wegen dieser offenkundig vom Land an den Tag gelegten „Friss oder stirb“-Mentalität. Weder sei er über die Lieferung vorinformiert worden, noch habe die Gemeinde Zeit gehabt, den Bedarf abzuklären, sprich die Risikogruppen anzuschreiben. Und natürlich habe er deshalb auch noch keine Impftermine mit den Patienten fixieren können.


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