Wacker holt daheim Punkt gegen Liefering: Viteritti schwer verletzt

Vier Tore, drei Rote und eine Punkteteilung im Verfolgerduell zwischen dem FC Wacker und Liefering am Tivoli. Am meisten bewegte die schwere Knieverletzung von Viteritti.

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Wacker-Torjäger Ronivaldo (l.) bewies gestern seinen Torriecher und erzielte beim 2:2-Unentschieden gegen Liefering einen Doppelpack.
© Falk

Von Forian Madl

Innsbruck – Es war ein Zweikampf, wie er in jedem Fußballspiel passiert. Ein kompromissloses Aufeinandertreffen vor der Lieferinger Bank. Doch plötzlich knickte Wacker-Stratege Fabio Viteritti ein, sein Schmerzensschrei ging durch Mark und Bein. Schiedsrichter Thomas Fröhlacher reagierte, über Gelb-Rot für den Lieferinger Mamady Diambou könnte man diskutieren (68.). Sein Trainer René Aufhauser wollte das schon während des Spiels tun – auch er wurde daraufhin ausgeschlossen.

2:1 aus Sicht der Gäste stand es zu diesem Zeitpunkt, der Schock schien den Tirolern in den Gliedern zu sitzen. Und dennoch reagierte die Mannschaft, als wollte sie für Fabio Viteritti die Kohlen aus dem Feuer holen: Jetzt erst recht! Ein Sturmlauf nahm seinen Ausgang, der mit Ronivaldos zweitem Tor (81./2:2), einer Kopfball-Rakete nach Flanke von Lukas Hupfauf, sein vermeintlich glückliches Ende nahm. 2137 Zuschauer hätten noch auf den Siegtreffer gehofft – allein: Es blieb beim Unentschieden. Ein gewonnener Punkt angesichts der Lieferinger Kaderstärke (Gesamtwert 13,2 Mio. Euro). Aber eben auch ein Punkt mit einem Schatten. Ein Kreuzbandriss (links) stand gestern bei der Erstbegutachtung im Raum, eine sechsmonatige Pause drohte: „Das tut uns richtig weh“, befand Trainer Daniel Bierofka. Seine sportliche Analyse: „Wir wollten es mehr, das macht mich stolz. Wir wollten uns nicht hinten reinstellen wie viele Mannschaften“, befand Trainer Daniel Bierofka.

Die entscheidenden Momente vor diesen spielentscheidenden Szenen rückten in den Hintergrund: Der FC Wacker setzte zu Beginn dem Ballbesitz-Fußball Umschaltmomente entgegen, war damit auch erfolgreich. Und vor den Augen von Investor Michail Ponomarev entwickelte sich ein munteres Hin und Her. Bis zur Minute 23, als eine einstudierte Freistoßvariante von Fabio Viteritti über den Kopf Stefan Hagers bei Ronivaldo landete. Und der Wacker-Brasilianer staubte trocken ab (23./1:0).

Zu früh gefreut, könnte man meinen: Zunächst klopfte Nenê (24.) am Wacker-Tor an (Lattenschuss), dann vollendete der erst 17-jährige Justin Omoregie (29.) nach abgewehrter Ecke – 1:1. Die Salzburger übernahmen in der Folge das Zepter, das 4-2-3-1-Korsett der Tiroler wurde ordentlich strapaziert. Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bekam es einen weiteren Riss: 1:2 durch Roko Simic (45.+3), die Weichen schienen gestellt. Vor allem, als Wacker-Tormann Marco Knaller nach einem Stopp-Fehler seinen Gegenspieler unsanft zu Fall brachte und dafür Rot sah (59.). Der Rest ist bekannt. Versöhnlicher Nachsatz: „Heute ist ein Punkt nicht schlecht gegen so einen Gegner“, befand Zweifach-Torschütze Ronivaldo, der am Dienstag in Amstetten auf mehr hofft.

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