Hofübergabe im Bezirk Kufstein: Kolland zum neuen VP-Bezirksobmann gewählt

Sebastian Kolland ist neuer VP-Bezirksobmann. LA Alois Margreiter zieht sich in den nächsten Monaten aus der Lokalpolitik zurück.

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Hofübergabe im ÖVP-Bezirk: Alois Margreiter gratuliert seinem Nachfolger Sebastian Kolland, Landeshauptmann Günther Platter (v. l.) leitete die Wahl und lobte die Arbeit der beiden Politiker.
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Von Wolfgang Otter

Ebbs, Kufstein – Minutenlange Standing Ovations und viele Blumen – auch verbale. Ein ÖVP-Mann mit Ecken und Kanten, Handschlags- und Steherqualitäten nahm am Donnerstagabend in Ebbs nach 33 Jahren Kommunalpolitik Abschied, vorerst als VP-Bezirksobmann, ab Februar als Bürgermeister und letztlich später auch im Landtag – Breitenbachs Bürgermeister LA Alois Magreiter zieht sich schrittweise zurück und übergab den ÖVP-Bezirk dem Ebbser Vizebürgermeister Bundesrat Sebastian Kolland, den 95 Prozent der Anwesenden zum neuen Obmann wählten.

Der Blick der VP geht in Richtung Gemeinderatswahlen, Kolland will stärker werden und mehr Mandate gewinnen. „Wir brauchen Stärke, um unsere Ideen umzusetzen“, meinte er. Das Zauberwort dazu heiße „Einigkeit, denn da, wo Uneinigkeit herrscht, gewinnt der politische Gegner“, schworen zuerst Margreiter und dann Kolland die anwesenden Mitglieder ein.

Darüber hinaus gibt es noch ein paar politische Baustellen im Bezirk und im Land, zu denen Margreiter ganz klare Ansagen machte. Was den Verkehr anbelangt, „wächst die Wut der Bevölkerung“, und „die Europäische Union lässt uns im Regen stehen“. Er forderte den ebenfalls anwesenden Landeshauptmann Günther Platter auf, im Falle einer Klage Deutschlands gegen die Blockabfertigung „wegen Nichteinhaltung von Vereinbarungen zu klagen“. Und in Richtung Bayern meinte er: „Ich verstehe nicht, warum ein derart reiches Land wie Bayern es nicht schafft, mehr Anteil der Brennerzulaufstrecke unter die Erde zu bringen.“ Damit würde auch die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung steigen. Aber auch Österreich habe noch Hausaufgaben zu machen, „besonders das Dieselprivileg ist ein Problem. Es ist die Ursache, dass Tausende Lkw zum Tanken von der Autobahn abfahren. Das versteht niemand.“

LH Platter kritisierte ebenfalls in seiner Rede, warum die „Asfinag, die so viel Geld im Westen verdient, es nicht ermöglicht, dass der Diesel gleich teuer an der Autobahn angeboten wird“. Auch bezüglich des Lärmschutzes habe der Autobahnerhalter wegen der Einnahmen eine besondere Verpflichtung.

Margreiter ging auch auf den Hochwasserschutz im Inntal ein und meinte in Richtung der Grundbesitzer und Landwirte, „dass sie eine ordentliche Entschädigung bekommen, und aktive Bauern erhalten Ersatzgründe“. Eines wünsche er sich: „Dass die Standesvertreter nicht weiter falsche Hoffnungen bei den Gegnern wecken.“ Denn „das Märchen, dass im Oberlauf die Lösung liegt, wird verstummen“. Er hoffe nicht, dass es eines Tages die Natur selbst ist, „die eine schnellere Umsetzung erzwingt“. Damit spielte er auf die Extremwetterlagen des Sommers an.

Neo-Bezirksobmann Kolland will sich den großen Aufgaben der Politik, zu denen auch das leistbare Wohnen gehöre, da es für junge Menschen möglich sein müsse, etwas aufzubauen, mit einem „Zukunftsdialog“ stellen. „Die Menschen erwarten Lösungen und die muss die Volkspartei bieten können“, meinte Kolland.

Zu Kollands Stellvertretern wurden BB-Obmann Michel Jäger, WB-Obfrau LA Barbara Schwaighoger und Scheffaus Bürgermeister Christian Tschugg gewählt.


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