100 Wohnungen leer: Bewohner treten am Eichhof in Pradl für Sanierung ein

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Der Eichhof in Innsbruck bleibt weiter Gegenstand von Diskussionen mit den dort noch wohnenden Mietern.
© Böhm

Innsbruck – Die schrittweise Neuerrichtung des Eichhofs in Pradl ist für die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) eines der zentralen Großprojekte. Nur, wann und wo die Erneuerung weitergeführt wird, hängt davon ab, wie man sich mit den betroffenen Mietern im Bestand einig ist. Das ist die eine Seite.

Markus Trafoier, Vertreter der Bewohner, steht auf der anderen Seite. Er sagte gestern bei einer Pressekonferenz: „Wir wollen, dass die Versprechen von damals eingehalten werden: Sanieren statt Neubau.“ Vor acht Jahren seien die ersten Mieter ausgezogen. Diese Wohnungen wurden nie nachbesetzt. Mittlerweile stünden über 100 Wohnungen leer. „Wohnungen, die der Öffentlichkeit gehören, nicht der Politik und nicht der Bau-Lobby“, wie Trafoier erklärt. Derzeit gebe es noch rund 50 Parteien, die „nicht ausziehen werden“. Also würden Wohnungen noch weitere zehn bis 15 Jahre leerstehen. Deshalb will Trafoier den Druck auf die Politik erhöhen und lädt zu einer „Austauschveranstaltung“ am 30. September um 18 Uhr im Innenhof des Eichhofs ein.

Unterstützung erhielt Trafoier von Bertold Schwan (Bürgerinitiativen) und GR Mesut Onay (Alternative Liste Innsbruck). Schwan kritisiert, dass es „leistbaren Wohnraum gäbe, der nicht genützt wird“. Onay fordert ein Umdenken. „Der vor Jahren beschlossene Masterplan für Abriss und Neubau des Eichhofs gehört nochmal hinterfragt und aufgemacht. Sowohl aufgrund der explodierenden Baustoffpreise als auch aus ökologischen Gründen ist die Entscheidungsbasis nicht mehr gegeben.“ Der Erhalt von guter Bausubstanz und Renovierung statt Abriss und Neubau seien die Zeichen der Zeit.

Im Endausbau würden laut IIG-Plan am Gesamtareal 528 Wohnungen im Passivhaus-Standard zur Verfügung stehen, wobei nach den Plänen 141 Wohnungen und sieben Geschäftslokale im Bestand verbleiben. 387 Wohnungen sollen insgesamt neu gebaut werden. (mw)

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