Zweite DS-4-Generation: Technisch und optisch eine Besonderheit

Die zweite DS-4-Generation kommt gegen Ende des Jahres in den Handel.

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Im Dezember rollt die neue DS-4-Generation zu den Händlern.
© Stellantis

Von Franz Farkas

Chantilly – DS Automobiles wurde 2015 als der Edel-Ableger von Citroën gegründet. Das erklärte Ziel ist es, avantgardistische Autos auf die Räder zu stellen, die dem Anspruch der Ur-DS gerecht werden sollen. Mit dem neuen DS 4 scheint das recht gut gelungen zu sein.

Optisch hebt sich der Neue vom Rest der Autowelt ab. Er ist mit 1,83 Metern breit geraten, wirkt durch eine niedrige, eher kantige Silhouette bullig, die schmalen Frontscheinwerfer mit dem mächtigen, etwas an Lexus erinnernden Grill steigern diese Wirkung noch. An den Seiten fallen die bündigen Türgriffe und die ebenfalls von scharfen Kanten betonte C-Säule auf. Das Heck wirkt recht breit, hier dominieren die ebenfalls schmalen Rücklichter, die dies betonen. Deren auffällige Musterung mit der DS-Raute findet sich als Siebdruck seitlich in der Heckscheibe wieder. Zwei eckige Endrohrblenden sind links und rechts in die Schürze eingelassen.

DS wäre nicht DS, ginge es im Innenraum nicht ebenso speziell zu, wie schon der äußere Eindruck vermittelt. Je nach Ausstattungslinie wechseln sich verschiedene Lederarten mit kühlem Aluminium und hübschen Mustern ab. Die raue Oberfläche der Alu-Zierteile nennt sich „Clous de Paris“ und ist eigentlich aus der Uhren-Industrie bekannt. Positiv fallen Feinheiten wie mit Filz ausgekleidete Türablagefächer auf. Die Sitze sind eine Neuentwicklung auf Basis einer Sitzschale und wirken schon bei der ersten Sitzprobe äußerst bequem.

Der Platz hinten ist für einen Kompakten durchaus in Ordnung, Bein- und Kopffreiheit reichen auch für Erwachsene vollkommen aus. Eine kleine Klappe in der Sitzbank gibt eine Durchreiche zum Kofferraum frei. Der fasst bis zu 470 Liter (390 Liter beim Plug-in-Hybrid), nur die Ladekante ist aufgrund der niedrigen Dachlinie recht hoch geraten.

Einen Sonderweg wählte DS beim Infotainment. Neben Sprach-, Touch- und Gestensteuerung kann es auch über einen separaten fünfzölligen Bildschirm, ähnlich wie bei einer Maus, gesteuert werden. Hier lassen sich zum Beispiel handschriftlich Adressziele eingeben, Wischgesten navigieren durchs Menü. Hilfreich dabei der kleine Bildschirm im Mitteltunnel, der mit angewinkeltem Arm gut erreichbar ist. Dazu gibt es noch ein digitales Cockpit, das ebenfalls individuell gestaltet werden kann, sowie ein in der Höhe verstellbares Head-up-Display.

Technisch basiert der übrigens in Rüsselsheim im Opel-Werk gebaute DS auf der EMP2-Plattform, auf der auch der neue Opel Astra und der Peugeot 308 stehen. Motorisch setzt man auf drei Benziner, einen Diesel und einen Plug-in-Hybrid, der den Namenszusatz „E-Tense“ trägt. Dann sorgen ein 180-PS-Vierzylinder und ein Elektromotor mit 110 PS (81 kW) für eine Systemleistung von 225 PS bei 360 Nm Drehmoment. Der 12,4 kWh große Akku ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von 50 Kilometern, die nach der ersten Ausfahrt durchaus realistisch erschien. Außerdem gibt es drei reine Benziner mit 130, 180 oder 225 PS und einen 130 PS starken Selbstzünder. Das Schalten übernimmt immer eine Achtgang-Automatik.

Bei einer ausgiebigen Testrunde im Weichbild von Paris entpuppt sich der neue DS 4 als angenehmer Gleiter, der vermutlich vor allem auf der Langstrecke punkten kann. Eine abgesehen von ganz leichten Windgeräuschen bei Geschwindigkeiten weit jenseits der erlaubten Limits ausgezeichnete Dämpfung zum Innenraum, eine angenehme Lenkung und eine harmonische Kraftentfaltung der Motoren bis hin zum Hybrid lassen keine zusätzlichen Wünsche aufkommen, die man an ein Fahrzeug der gehobenen Klasse stellen könnte.

Preislich liegt der neue DS4 ab 29.900 Euro für den Benziner, die Dieselversion wird ab 32.000 Euro liegen. Der Plug-in-Hybrid wird ab 37.900 Euro erhältlich sein. Die Markteinführung ist für den Dezember dieses Jahres geplant.


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