Porsche Cayenne Turbo GT: Schwergewichts-Sprinter

Fast fünf Meter lang, zwei Meter breit und 1,64 Meter hoch sowie 2,2 Tonnen anzeigend: Der Cayenne Turbo GT müsste mit seinen Pfunden kämpfen – doch der 640-PS-Turbobenziner nimmt die Sache leicht.

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Nicht leicht, aber leichtfüßig: der 640 PS starke Cayenne Turbo GT.
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Von Markus Höscheler

Weerberg – Zunächst einmal ist er eindeutig ein Blickfang, selbst in Zeiten, in denen Sport Utility Vehicles das Straßenbild so prägen wie keine andere Karosserieform. Dies gilt für alle erdenklichen Größen. Natürlich ragt der 4,94 Meter lange Cayenne Turbo GT hier heraus, auch mit seiner Breite von knapp zwei Metern und seiner Coupé-artigen Bauweise. Wer ihn nicht visuell wahrnimmt, wird akustisch aufmerksam gemacht. Ein Vierliter-Benziner mit acht Zylindern und Turboaufladung steckt unter der Motorhaube; er lässt via Abgasanlage von sich hören, auch im Teillastbetrieb. Dieser ist zumeist gefragt, jedenfalls in der Stadt, denn ein Durchdrücken des Gaspedals sollte hier nicht in Erwägung gezogen werden. Diese Vorgangsweise, bei Porsche nicht unüblich, würde nämlich Unruhe in der Fahrgastzelle und in der Umgebung auslösen, nicht nur wegen der Beschallung, sondern auch und vor allem wegen der Fahrleistung: Lediglich 3,3 Sekunden sind erforderlich, um den Cayenne Turbo GT von null auf 100 km/h zu beschleunigen, in Verbindung mit dem Sport-Chrono-Paket. Von null auf 160 km/h sind 7,7 Sekunden vonnöten, von null auf 200 km/h vergehen bloß 12,2 Sekunden. Die Rasanz schlägt sich nieder am bewegungswilligen Lenkrad und nicht zuletzt in den Sitzen, deren Rückenlehnen im Beschleunigungsfall sehr gut gespürt werden. In Österreich nur von theoretischer Bedeutung ist die Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Derartige Tempi beeindrucken angesichts des Eigengewichts von 2,2 Tonnen. Und doch muss einem klar sein, dass Porsche hier wieder mal das gemacht hat, was das Unternehmen besonders gut kann: den zur Verfügung stehenden Motor besonders auszureizen. 640 PS und 850 Newtonmeter maximales Drehmoment (zwischen 2300 und 4500 Touren) stehen parat, dazu kommt ein Normverbrauch von 14,1 Litern je 100 Kilometer. Das ist in Zeiten der Transformation Richtung Elektromobilität zwar zu viel, angesichts früherer Cayenne-Testverbräuche von diesseits und jenseits von 30 Litern Benzin je 100 Kilometer eine wahre Wohltat. Im Probegalopp in den Tiroler Bergen hat die TT den Verbrauch tatsächlich auf 14,0 Liter hingebogen.

Nun sollten allzu Argwöhnische nicht zu viele Sorgenfalten bekommen, der Cayenne Turbo GT wird sich nicht allzu sehr verbreiten, was seine Stückzahl anbelangt. Begehrlichkeiten sind sicher da, aber der Tarif ist dazu gedacht, auch Gutbetuchte abzuschrecken: Der Wert des Kurzzeit-Testwagens beträgt stolze 216.287,62 Euro, der Basispreis kommt auf 199.679,62 Euro. Hier ist viel enthalten, etwa die Achtgang-Tiptronic-S-Automatik oder 22-Zoll-Leichtmetallfelgen. Aufpreis erfordert dagegen Exklusives wie eine Vierzonen-Klimaautomatik (8846 Euro), das Zifferblatt Kompass (355,20 Euro), das Zifferblatt weiß für das Kombiinstrument (355,20 Euro), die Soft-Clos-Türen (723,60 Euro) oder die Burmester-Highend-Surround-Soundanlage (4729,20 Euro). Ebendiese kann den Innenraum mit Wohlklängen erfüllen und die Motorakustik deutlich überhöhen.

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