Lustvolles Betrachten der Natur: Erwin Reheis in der Imster Hörmann Galerie

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Seinen 80. Geburtstag feiert der Künstler Erwin Reheis mit einer Ausstellung in der Städtischen Galeri­e Theodor von Hörmann Imst.
© Hauser

Imst – Er wolle der leisen inneren Stimme gehorchen, dem Realismus aus dem Wege gehen und einfach übersetzen, was nach oben will und was um Ausdruck ringt. Die Entwicklung eines gefühligen Striches mit seinen Abwechslungen und Wandlungen, einer grafischen Musik, sei ihm schon deshalb wichtig, um allem Beseelten in der Welt näher zu kommen, sagt der 1941 in Zams geborene Künstler Erwin Reheis über sein Werk.

Anlässlich seines 80. Geburtstages am 19. September zeigt der jahrelang als Kunsterzieher tätige Schüler von Herbert Boeckl eine Auswahl von Rohrfederzeichnungen und Ölarbeiten auf Holz in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann Imst. Reheis’ „gefühliger“ Strich mit seinen Abwechslungen und Wandlungen ist so etwas wie ein unverkennbares Markenzeichen des Künstlers geworden. In jungen Jahren entwickelt und kultiviert, hegt und pflegt er ihn seit mehr als 50 Jahre am liebsten unter freiem Himmel, ob als Grafiker oder Pleinair-Maler. Verbunden damit war und ist das Reisen, das Entdecken von idyllischen Motiven in Italien, Spanien, Griechenland und in seiner Heimat Tirol und Wahlheimat Niederösterreich.

Feinnervig, rauschhaft, ja geradezu nervös saust die Rohrfeder da über das Blatt, Umrisse definierend, dem Charakteristischen auf der Spur, den äußeren Ausdruck des Objektes mit inneren Empfindungen vereinend. Alles andere als impulsiv, vielmehr sukzessive erschließend, ist die Herangehensweise bei seinen Ölbildern, in denen die Tageszeit definitiv keine Rolle spielt. In mildes Licht getauchte entrückte Welten.

Durch den Weichzeichner gesehen, in süßlich pastelliger Sfumato-Technik lässt Reheis seine Motive aus der Zeit entschwinden. Freilich, den zeit- oder gar gesellschaftskritischen Künstler wird man in Reheis vergeblich suchen. Das Entdecken des Atmosphärischen, des nicht Fassbaren in der Natur, Empfindungen des lustvollen Betrachtens niederzuschreiben war und ist sein Metier. (hau)


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