TT-Café feierte bei Traumwetter großes Finale in Landeck

Bei Traumwetter machte das TT-Café gestern in Landeck Station und lieferte nicht nur ein Frühstück, sondern auch viele News.

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Chefredakteur Alois Vahrner lud unter anderem den Zammer Bürgermeister Dominik Traxl und Wirtschaftslandesrat Toni Mattle (v. r.) auf die Bühne des TT-Cafés in Landeck.
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Von Matthias Reichle

Landeck – Wenn die Tiroler Tageszeitung nicht nur rechtzeitig zum Frühstück vor der Haustür liegt, sondern die Leser ausnahmsweise einmal zum Frühstücken zur Tiroler Tageszeitung kommen, dann ist wieder TT-Café-Zeit. Gestern machte die Frühstückstour zum großen Finale des Sommers in der westlichsten Bezirksstadt Station. Durch den Vormittag führten Moderatorin Lisa Kuprian und Chefredakteur Alois Vahrner – der wieder zahlreiche Gäste aus der Region auf der TT-Bühne begrüßen konnte.

Glücksengerl Anna und Pia zogen für Moderatorin Lisa Kuprian, die gekonnt durch den Vormittag führte, die glücklichen Gewinner bei der TT-Verlosung..
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Wie den frischgebackenen Wirtschaftslandesrat Toni Mattle: Er sei überzeugt, dass es ohne weiteren Lockdown gehe, wenn man die 3-G- und 2-G-Regel umsetze, betonte dieser und wünschte sich, dass sich mehr Menschen impfen lassen. Die Wirtschaft habe sich von Corona erholt – „im Tourismus gibt es noch Sorgen“. Sein Wechsel vom Bürgermeistersessel in Galtür ins Land sei nicht ohne die ein oder andere vergossene Träne abgelaufen, gab er zu. Gerechnet habe er mit dieser Karriere nicht mehr.

Der jüngste Bürgermeister Tirols ist der Zammer Dominik Traxl mit nur 27 Jahren: „Alter sollte keine Rolle spielen – man wird jeden Tag einen Tag älter“, erklärte er im Interview darauf angesprochen. Junge Leute sollen nicht nur kritisieren, sondern auch Verantwortung übernehmen.

Landecks Stadtchef Herbert Mayer (l.) sprach über neue Projekte, der Ischgler TVB-Geschäftsführer Andreas Steibl über den Winter.
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Im Lauf des Vormittags füllten sich die Tische, in den Bechern dampfte der Kaffee von Wedl/Testa Rossa, dazu wurden frisches Gebäck aus der Hofer Backbox und Silberquelle-Mineralwasser gereicht. Für den richtigen Sound zum sonnigen Herbstwetter sorgte die Band Prime Time.

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Die guten Nachrichten brachte der Landecker Stadtchef Herbert Mayer mit. Die Baustelle der Schlossgalerie sei für die Unternehmer in Landeck eine „hohe Hürde“ gewesen, betonte er. Allen Gerüchten zum Trotz werde die Straßensperre, die inzwischen über ein Jahr dauert, am 11. Dezember aufgehen – zunächst wird es eine Einbahn-Regelung in Richtung Landeck geben. Die Stadt plane aktuell viele Projekte von „A wie Altenheim bis Z wie Zugbahnhof“ – auch die Venet-Bergbahnen seien eine große finanzielle Herausforderung, die man in Zukunft nicht ohne Hilfe stemmen werde, als Naherholungsgebiet sei es aber „unerlässlich“.

Corona ist auch für die Kultur eine schwere Zeit: Chorleiterin Doris Möltner, Lisa Krabichler und Peppi Spiss von den Arlberger Kulturtagen (v. l.) erzählten, welche Pläne sie für die Zukunft haben.
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Eine ganz andere Dimension hat das Skigebiet in Ischgl. Aber auch dort kämpft man mit großen Problemen. „Es war keine leichte Zeit“, zog TVB-Geschäftsführer Andreas Steibl eine Corona-Bilanz – „wir waren bisher immer erfolgsverwöhnt.“Man werde künftig weniger die Party und mehr die Landschaft bei der Kommunikation in den Vordergrund stellen. Dass Ischgl-Urlauber in Zukunft früh schlafen gehen werden, kann man ausschließen – „Ischgl wird sich nicht neu erfinden, ich denke nicht, dass man die Marke neu positionieren muss“, so Steibl. Zum Opening plane man ein ganz anderes Konzert – was genau, wollte der TVB-Geschäftsführer nicht verraten.

510 Chöre mit 11.600 Sängerinnen und Sängern gibt es in Tirol – den Talkessel-Chor Chorioso leitet Doris Möltner. „Proben mit Maske ist kein Spass“, betont sie – als Sänger war man während Corona schnell als Superspreader verschrien. Aber „Singen ist wichtig für die Seele“ und man habe die Krise mit kreativen Projekten gemeistert.

Roland Reichmayr und Thomas Hittler (r.) waren Zaungäste.
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Allen Grund zum Feiern haben heuer die Arlberger Peppi Spiss und Lisa Krabichler – ihre Arlberger Kulturtage wurden 30 Jahre alt. Die Idee habe damals schnell großen Anklang gefunden, betonte Spiss, trotzdem war es schwierig, die Gäste in St. Anton für die Kunst zu begeistern. Auch die bildende Kunst war von Corona betroffen. Für sie war es eine „emotionale Geschichte“, betonte Krabichler. „Man hat uns am schnellsten und radikal gekürzt. Das hat mich sehr betroffen gemacht.“

Skitalent Lena Maria Ehrhart auf der Bühne.
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Der jüngste Interviewgast beim TT-Café war die Skinachwuchshoffnung Lena Maria Ehrhart mit 19 Jahren aus Schönwies. Zum Skifahren sei sie über ihren Bruder gekommen – „als kleine Schwester wollte ich auch Rennen fahren“, erzählte sie. In Zukunft will sie im Slalom und im Riesentorlauf brillieren – Ziele seien eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft („Aber ich habe keinen Stress und lasse mir Zeit dabei“), und auf Rückschläge reagiert sie mit viel Training, um das Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Zum Abschluss wurde es noch einmal emotional, als der Zammer Schafzuchtobmann Hermann Hammerl auf die Bühne kam – „die Politik lässt uns im Regen stehen“, kritisierte er das Land im Zusammenhang mit dem Thema Wölfe. Man werde im kommenden Jahr die ersten „Wolfsrudel in Tirol“ sehen, prophezeite er. Eine finanzielle Entschädigung für Risse wiege den Verlust nicht auf. „Man füttert die Tiere, gibt ihnen einen Namen, dann werden sie auf der Alm zerfetzt.“

Ein emotionales Statement zur Rückkehr der Beutegreifer gab der Zammer Schafzüchter Hermann Hammerl (r.) ab.
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Emotional – diesmal im positiven Sinn – wurde es zum Schluss, als die Glücksengerl Anna und Pia die Gewinner der Verlosung zogen. Über eine Testa-Rossa-Kaffeemaschine durfte sich Erich Unterassinger aus Innsbruck freuen, einen 300-Euro-Einkaufsgutschein gewann Thomas Raggl aus Stanz.

Günther Neher (Wedl/Testa Rossa, l.) und Manuela Kofler (Marketing, r.) mit den Gewinnern Erich Unterassinger und Thomas Raggl.
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