Stimmung wie im Bierzelt: FC Bayern ballert unaufhaltsam weiter

Sieben Tore, die vorübergehende Tabellenführung und erneut ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Bayern München beendete seine perfekte Woche nach dem 4:1 bei Leipzig und dem 3:0 in Barcelona mit der nächsten Machtdemonstration.

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Auch der eingewechselte Bayern-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting durfte seine Visitenkarte abgeben.
© CHRISTOF STACHE

München – "Die Gier ist unglaublich", lobte Coach Julian Nagelsmann sein Team nach dem 7:0 gegen Bochum. "Das überrascht mich nicht, sondern ich bin froh, dass es so ist." Indessen ist in Leipzig der Druck auf Jesse Marsch nach dem 1:1 gegen Köln nicht kleiner geworden.

Neun Punkte fehlen Leipzig nach dem schwächsten Bundesliga-Start der Club-Geschichte schon auf die Bayern, in sechs Pflichtspielen (exkl. Cup) steht nur ein Sieg zu Buche. "Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen, aber es kommt eben anders", sagte Marsch am Samstag und gestand: "Wir sind in einer schwierigen Phase, aber ich glaube an die Mannschaft." Amadou Haidara (71.) rettete in einem mitreißenden Offensiv-Spektakel den Punkt für die Sachsen. Insgesamt sechs Tore fielen, vier wurden nach Videobeweis aberkannt, dazu kamen zwei Stangenschüsse. Deutschlands Teamchef Hansi Flick spendierte immerhin Lob für den ehemaligen Salzburg-Coach Marsch. "Die Mannschaft hat Qualität, der Trainer hat eine gute Idee. Manchmal dauern Dinge eben etwas länger."

Müller: "So kann es weitergehen"

Recht schnell ging es hingegen in München, wo Bochum nur eine Viertelstunde mit Bayern mithalten konnte. "Auf dem Platz hatten wir richtig Spaß. Die Stimmung war zwischenzeitlich schon ein bisschen wie im Bierzelt", sagte Bayerns zweifacher Assistgeber Thomas Müller. "So kann es weitergehen, wir bleiben dran." Bayern, das ab der 62. Minute auch Marcel Sabitzer aufbot, scheint im Rhythmus und zumindest national kaum aufzuhalten. VfL-Coach Thomas Reis musste mehrmals schlucken. "Ich bin maßlos enttäuscht, schäme mich auch, da ich die Verantwortung habe", sagte er. "Mit sieben Gegentoren kannst du dich noch relativ glücklich schätzen."

Das kann Mönchengladbachs neuer Coach Adi Hütter nach dem 0:1 gegen Augsburg und vier Punkten aus fünf Spielen sicher nicht von sich behaupten. "Es ist natürlich enttäuschend für uns, das sind nicht unsere Ansprüche. Daher dürfen wir uns ärgern", sagte Hütter. Der im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt geholte Vorarlberger soll die Borussia eigentlich zurück nach Europa führen. Doch jetzt fällt die Startbilanz exakt so mager aus, wie vor drei Jahren bei seinem Beginn in Frankfurt. Die spätere Blütezeit der Eintracht unter Hütter könnte auch den Gladbachern Mut machen.

Mehr als 70 Prozent Ballbesitz hatten die Borussen von Hannes Wolf und dem verletzten Stefan Lainer. Aber mehr als einen Topangriff beim nicht zählenden Abseitstor von Alassane Plea brachten sie nicht zustande. "Wenn ich die zweite Halbzeit sehe, ist es einfach ärgerlich, dass wir kein Kapital daraus schlagen", stöhnte Hütter. "Jetzt wartet Borussia Dortmund auf uns, das ist noch einmal ein ganz anderes Kaliber", sagte er mit Blick auf die spezielle Partie gegen seinen Vorgänger Marco Rose. "Wir müssen versuchen, in die Erfolgsspur zu finden." (APA, dpa)


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