Vier Alpinisten gerieten am Großglockner in Bergnot

Beim Abstieg über den Stüdlgrat kamen vier Tschechen wegen des Schnees und vereister Stellen nicht mehr weiter. Via Hubschrauber wurden zwei Mitglieder der Gruppe ausgeflogen. Zwei Männer wurden von Bergrettern aus der Wand begleitet.

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Die Erzherzog-Johann-Hütte (Archivfoto).
© Toni Riepler

Kals am Großglockner – Zu viel los war vier Alpinisten am Samstag beim Aufstieg zum Gipfel des Großglockners. Die Tschechen (26, 27, 28 und 31 Jahre alt) entschlossen sich, den Normalweg zu verlassen und sich über den Stüdlgrat abzuseilen. Wegen des Schnees und vereister Bereiche auf der Westseite des Grates kam die Gruppe im Bereich des sogenannten "Jögental" auf etwa 3600 Metern Seehöhe nicht mehr weiter und musste gegen 19.30 Uhr einen Notruf absetzen.

Die Besatzung des Notarzthubschraubers C7 konnte die Bergsteiger etwa 20 Minuten später am Grat lokalisieren. Zwei der Tschechen wurden mittels Tau geborgen und zur Stüdlhütte geflogen. Weil es nun bereits dunkel war, war ein weiterer Anflug zum Grat nicht mehr möglich. Die Bergretter nahmen mit den zwei noch festsitzenden Alpinisten telefonisch Kontakt auf, um abzuklären, ob sie genügend Ausrüstung für eine mögliche Übernachtung dabei haben. Die Männer gaben jedoch an, sie seien unterkühlt und würden die Nacht nur schwer überstehen. Der Einsatzleiter der Bergrettung Kals – er ist gleichzeitig der Hüttenwirt der Erzherzog-Johann-Hütte – trommelte daraufhin eine Mannschaft zusammen und stieg gegen 20.30 Uhr gemeinsam mit drei Bergführern von seiner Hütte zum Gipfel des Großglockners auf und anschließend über den Stüdlgrat zu den Alpinisten ab.

Gegen 22.30 Uhr erreichten die Retter die zwei Tschechen und konnten sie mit Wärmepads und heißen Getränken versorgen. Anschließend stieg der Bergetrupp mit den zwei Alpinisten wieder zum Gipfel auf und über den Normalweg zur Erzherzog-Johann-Hütte ab. Gegen 1 Uhr in der Nacht kam die Gruppe dort an. Die beiden Tschechen waren stark erschöpft und leicht unterkühlt, sonst aber unverletzt. Die Männer wurden am Sonntag mit dem Polizeihubschrauber ins Tal geflogen. Ein selbstständiger Abstieg wäre für sie laut Polizei wegen der fehlenden Gletscherausrüstung nicht gefahrlos möglich gewesen. (TT.com)


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