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„Europa ist international schwach“: Ex-WTO-Chef Lamy im TT-Interview

Das europäische Zivilisationsmodell dient global weiterhin als Vorbild, sagt Pascal Lamy, Ex-WTO-Chef und Präsident des Paris Peace Forum. Um es zu schützen, brauche es aber weitere Integrationsschritte.

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In welchem Zustand ist die Welt heute?

Pascal Lamy: In einem schlechteren als vor ein paar Jahren; und damals war der Zustand auch nicht großartig.

Wir haben eine breite Kluft zwischen dem globalen Norden und dem Süden. Die Entwicklungsländer hatten sich durch stärkeres Wachstum dem Norden angenähert. Jetzt aber wird die Impf-Apartheid großen Einfluss auf die Wirtschaft ausüben.

Zugleich haben wir eine breitere Kluft zwischen Ost und West. China entwickelt sich autoritärer. Die Ansicht im Westen, dass man sich entkoppeln müsse, um die Bedrohung zu begrenzen, ist in der Biden-Administration ebenso weit verbreitet wie in der Trump-Administration.

Dazu haben wir im Inland die Auswirkungen von Covid auf eine bereits angestiegene soziale Ungleichheit. Covid war viel schlimmer für den ärmsten Teil der Bevölkerung.

Das hat auch Folgen für die globale Kooperation.


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