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Krapfen, Kiachl, Kettensäge: Bäuerinnen feilen an ihrem Image

Rund 18.500 Bäuerinnen gibt es in Tirol. Für viele Höfe ist ihre Arbeit überlebenswichtig. In den Betrieben haben aber meist noch allein die Männer das Sagen. Ein Umbruch ist nicht in Sicht.

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Martina Gutleben hat die Hälfte des elterlichen Hofes in Itzlranggen übernommen. Der 23-Jährigen war das wichtig, weil sie sich „nicht immer alles anschaffen lassen“ und selber Ideen einbringen wollte.
© Böhm

Von Benedikt Mair

Itzlranggen, Innsbruck – Sie maturierte, war Kellnerin und bei einem Kieferorthopäden angestellt. Martina Gutleben hat sich beruflich ausprobiert, vor einiger Zeit aber bereits festgestellt: „Ich bin nicht wirklich ein Büromensch.“ Im Freien und mit Lebensmitteln zu arbeiten liege ihr mehr, sagt die 23-Jährige, während sie inmitten von Apfelbäumen steht. Hier, auf einem Plateau über dem Inntal, in Itzlranggen, liegt Gutlebens Reich. Auf einem Hektar baut sie hauptsächlich Früchte an, presst daraus Saft, brennt Schnaps, keltert Most. In der neben den Obstwiesen gelegenen Hofschank werden fast ausschließlich eigene Produkte aufgetischt.

Vor einem Jahr hat Gutleben die Hälfte der Landwirtschaft von ihrem Vater übernommen. Sie habe sich „nicht immer alles anschaffen lassen“, eigenständiger werken und selber Ideen einbringen wollen, erklärt sie einen der Gründe für diesen Schritt. Dass es überhaupt dazu kam, ist wohl auch dem Zufall geschuldet. Die 23-Jährige ist, gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester, eine von fünf Töchtern. „Wäre ein Bub zuhause gewesen, hätte Papa vielleicht auf ihn den Fokus gelegt.“


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