Gut zu wissen: So sehen die neuen Regeln für die Wintersaison aus

Auch im kommenden Corona-Winter sollen Skifahren, Winterurlaub und Après-Ski möglich sein, allerdings unter strengeren Auflagen als im vergangenen Jahr.

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In Seilbahnen soll die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) sowie eine FFP2-Maskenpflicht für alle in allen Stufen gelten.
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Innsbruck/Wien – Die Wintersaison spielt eine zentrale Rolle für den heimischen Tourismus – mehr als 50 Prozent der Winterurlaube in Europa werden in Österreich verbracht. Um einen möglichst sicheren und reibungslosen Ablauf in der kommenden Saison zu garantieren, hat die Regierung einen Drei-Stufen-Plan präsentiert, damit ein unbeschwertes Urlaubs- und Freizeiterlebnis garantiert werden kann.

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Die Regeln für den Wintertourismus im Detail

Gemeinsam mit den Bundesländern, der Branche, Experten sowie dem Städte- und Gemeindebund hat die Bundesregierung einen dreistufigen Plan – der sich vorrangig an der Auslastung der Intensivbetten-Kapazitäten orientiert – beschlossen. Dieser Stufenplan gibt zum Teil bereits den rechtlichen Rahmen vor:

Drei-Stufen-Plan

Stufe 1: Derzeitiger Stand

Stufe 2: Ab 7 Tage nachdem 300 IU-Betten belegt sind (entspricht einer Intensivbetten-Auslastung von ca. 15 Prozent)

Stufe 3: Ab 7 Tage nachdem 400 ICU-Betten belegt sind (entspricht einer Intensivbetten-Auslastung von ca. 20 Prozent)

Mit den geltenden und zukünftigen Rahmenbedingungen soll eine Überforderung der Hospitalisierungskapazitäten verhindert und eine Einstufung von Österreich als Risikogebiet vermieden werden. Als Leitprinzip gilt: Für Geimpfte und Genesene wird es kaum noch Einschränkungen geben.

Die nachfolgenden Maßnahmen gelten jedenfalls bis zur Stufe 3. Diese tritt sieben Tage nach der Überschreitung der Intensivbettenauslastung von 20 Prozent (400 Betten) in Kraft. Über die Stufe 3 hinausgehende Maßnahmen werden bei einer weiteren Zunahme der Intensivbettenauslastung insbesondere für Ungeimpfte erfolgen.

📽️ Video | Corona-Winter: Das sind die Regeln für die Skisaison

Gastronomie und Beherbergung

Stufe 1: Derzeit Zutritt mit 3G-Nachweis.

• Ab Stufe 2 sind Antigen-Tests mit Selbstabnahme („Wohnzimmertests“) als Eintrittsnachweis nicht mehr zulässig.

• Sollte Stufe 3 in Kraft treten, bedeutet das für Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, dass Antigen-Schnelltests nicht mehr als Zutrittsnachweis gültig sind (Zutritt mit gültigem negativen PCR-Testergebnis, Impfnachweis oder Genesungsnachweis).

Über die Stufe 3 hinausgehende Maßnahmen – insbesondere Beschränkungen für Ungeimpfte – werden im Gleichklang mit den allgemeinen Maßnahmen erfolgen.

Tirols Landeshauptmann Günter Platter sieht das Après Ski, wie es früher war, nicht mehr gegeben: "Ab Stufe 2 kommt für Gäste die 2-G-Regelung zur Anwendung, für ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es eine FFP2-Maskenpflicht und eine Verpflichtung zu 3 PCR-Tests pro Woche. Außerdem wird es die Möglichkeit geben, den Après Ski-Betrieb zeitlich zu beschränken. Denn es ist klar: Après Ski wie früher wird es diesen Winter nicht geben“, so der LH.

Après-Ski

• Generell gelten für Après-Ski die gleichen Regeln wie für die Nachtgastronomie. Während Stufe 1 müssen Gäste ein gültiges negatives PCR-Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesungsnachweis (ärztliche Bestätigung oder Absonderungsbescheid) vorweisen. Ein Antikörpernachweis oder Antigentest ist nicht ausreichend.

• Für Betriebe der Nachtgastronomie sowie Après-Ski wird ab der Stufe 2 die 2-G-Regel (Geimpfte und Genesene –Testungen jeglicher Art) eingeführt.

- Sonderregelung für ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: zumindest FFP2-Pflicht und 3 Mal pro Woche PCR-Testpflicht.

- Künftig werden für Après-Ski reduzierte Sperrstunden und Pausensperrstunden ermöglicht. Ob neben den Ländern und Bezirksverwaltungsbehörden zukünftig auch die Gemeinden strengere Maßnahmen treffen können, wird geprüft und könnte über das Covid-19-Maßnahmengesetz oder das Epidemiegesetz erfolgen.

Über die Stufe 3 hinausgehende Maßnahmen werden im Gleichklang mit den allgemeinen Maßnahmen erfolgen.

Schlangen vor den Gondeln und Seilbahnen soll es heuer nicht geben, zumal keine Kapazitätsbeschränkungen angedacht sind. Auch Abstandsregeln wie im Vorjahr wird es nicht geben. „Die Branche trägt diesen Weg mit und insbesondere die Seilbahnwirtschaft setzt auf mehr Maßnahmen als eigentlich für Seilbahnen als Teil des öffentlichen Personenverkehrs nötig wären. Ich befürworte diese Vorgangsweise, weil sich damit sicherer Wintersport für Einheimische und Gäste gleichermaßen sicherstellen lässt. Bereits im vergangenen Winter hat sich gezeigt, dass vom Skifahren kaum Infektionsgefahr ausgeht, es keine Cluster in Skigebieten gegeben hat und die Seilbahnwirtschaft mit gut durchdachten Präventionskonzepten ein sicheres Erlebnis für die einheimische Bevölkerung garantieren konnte“, zeigt sich Landeshauptmann Günther Platter vom diesjährigen Konzept überzeugt.

Seilbahnen

• 85 % der Seilbahnen sind offene Fahrbetriebsmittel mit geringerem Infektionsrisiko und einer Beförderungszeit von weniger als 15 Minuten. Zur Sicherung der Wintersaison 2021/2022 werden von den Seilbahnunternehmen noch zusätzliche Maßnahmen gesetzt.

Stufe 1-3: Für Besucher der Seilbahnbetriebe gilt bereits seit 15. September 2021 das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske.

• Ab Saisonstart Einführung der 3-G-Regel:

- Bei Einführung von Eintrittsnachweisen sind diese beim Verkauf von Tickets zu überprüfen. An einer praktikablen Umsetzung für Betreiber und Besucher wird gearbeitet (Koppelung des Onlineverkaufs von Tickets für eine automatisierte Kontrolle).

- Besucher haben den gültigen Nachweis stets mitzuführen und im Rahmen stichprobenartiger Kontrollen vorzuzeigen.

- Die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske besteht weiterhin.

• Werden die epidemiologischen Maßnahmen durch Besucher nicht eingehalten, sollen die Seilbahnunternehmen von ihrer Beförderungspflicht entbunden werden.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein appelliert einmal mehr, sich impfen zu lassen: „Unser gemeinsames Ziel muss es aber selbstverständlich weiter sein, durch höhere Durchimpfungsraten und wirksame Maßnahmen, die jeweils nächste Stufe nicht zu erreichen. Daher auch an dieser Stelle mein Aufruf, nutzen Sie die Gelegenheit und holen Sie sich jetzt Ihre persönliche Impfung, falls sie das noch nicht erledigt haben. Für einen sicheren Herbst und Winter. Denn auch ich freue mich schon auf ein Stück gewohnte Normalität in der kalten Jahreszeit – vom Weihnachtsmarktbesuch bis hin zum Skiausflug.“ (TT.com)

Advent- und Weihnachtsmärkte

Stufe 1: Für Advent- und Weihnachtsmärkte als Gelegenheitsmärkte (nicht nur reine Warenmärkte) gelten ab 15. September 2021 die nachfolgenden Regeln:

- Zutritt mit 3G-Nachweis: Gültiges negatives Testergebnis, Impfnachweis oder Genesungsnachweis. Zu beachten ist die Verkürzung der Gültigkeitsdauer der Antigen-Tests von 48 auf 24 Stunden.

- Ab einer zu erwartenden Besucherzahl von über 500 Personen hat jeder Gelegenheitsmarkt eine Bewilligung der örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde einzuholen.

• Ab Stufe 2 sind Antigen-Tests mit Selbstabnahme („Wohnzimmertests“) als Eintrittsnachweis nicht mehr zulässig.

• Sollte Stufe 3 eintreten, bedeutet das für Advent- und Weihnachtsmärkte, dass Antigen-Schnelltests nicht mehr als Zutrittsnachweis gültig sind (Zutritt mit gültigem negativen PCR-Testergebnis, Impfnachweis oder Genesungsnachweis).

• Über die Stufe 3 hinausgehende Maßnahmen – insbesondere Beschränkungen für Ungeimpfte – werden im Gleichklang mit den allgemeinen Maßnahmen erfolgen.


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