Gefängnisstrafen von mehr als 400 Jahren in großem Mafia-Prozess

Ein Strafgericht in Rom sprach die 44 Angeklagten am Montag in erster Instanz unter anderem wegen Drogenhandels, Erpressung und illegalen Waffenbesitzes schuldig.

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Rom – In einem großen Mafia-Prozess sind fast vier Dutzend Mitglieder der Casamonica-Familie in Rom zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Strafgericht in der italienischen Hauptstadt sprach die 44 Angeklagten am Montag in erster Instanz unter anderem wegen Drogenhandels, Erpressung und illegalen Waffenbesitzes schuldig. Vor allem aber wertete die Kammer die in Rom seit Jahrzehnten aktive und zum Teil gefürchtete Casamonica-Familie als mafiöse Vereinigung.

Dieses Urteil könnte "ein Wendepunkt im Kampf gegen die organisierte Kriminalität in Rom sein", schrieb die in der Hauptstadt erscheinende Tageszeitung La Repubblica am Montagabend nach dem Richterspruch.

Insgesamt wurden am Ende des zwei Jahre laufenden Prozesses auf die Angeklagten verteilt mehr als 400 Jahre Haft verhängt; die Staatsanwaltschaft hatte zusammengerechnet sogar 630 Jahre gefordert. Mit 30 Jahren Gefängnis erhielt Clan-Chef Domenico Casamonica die höchste Strafe. "Das ist ein historisches Urteil", sagte Nicola Zingaretti, der Präsident der Region Latium laut Agentur Adnkronos. (dpa)


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