Pflege im Außerfern: Care Management in Reutte eingerichtet

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Reutte – Das Netz, welches Pflegebedürftige und deren Angehörige im Außerfern in schwierigen Zeiten auffängt, wurde jetzt noch enger geknüpft. Zusätzlich zur Pflegedrehscheibe, einem Zusammenschluss aller Pflege- und Betreuungseinrichtungen im Bezirk, wurde nun vom Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) das Care Management installiert. Dieses soll alle Beteiligten noch stärker vernetzen und Unterstützung bieten. „Die Gesellschaft wird älter, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Die meisten von ihnen wünschen sich eine Pflege daheim. Um dies zu ermöglich, müssen wir im Vorfeld zur stationären Pflege alles tun, um das gewohnte Umfeld längstmöglich zu erhalten“, meinte Gesundheitslandesrätin Annette Leja bei der Präsentation in Reutte.

Von den derzeit rund 33.000 Einwohnern des Bezirkes Reutte sind 3200 über 75 Jahre. 1400 beziehen Pflegegeld. Der Bezirk verfügt über zwei Heime und ein mobiles Betreuungsangebot. Insgesamt stehen 160 Langzeitpflegeplätze, 20 Schwerpunkt- und Kurzzeitpflegeplätze sowie 23 Tagespflegeplätze zur Verfügung. Leja: „Über 40.000 Leistungsstunden werden von den mobilen Diensten erbracht. Das ist beachtlich.“

Für Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann ist das Care Management ein wichtiger nächster Schritt, „vor allem im Bereich Sozialarbeit, da klaffte bislang eine Lücke“. Andreas Huber, LIV-Vorstand und Gabi Schiessling, Koordinatorin des Care Management Tirol, betonen: „Wir bauen keine Parallel- oder Konkurrenzstrukturen zur Pflegedrehscheibe auf. Wir sind auch kein Kontrollorgan, sondern eine Unterstützung.“

Geleitet wird die neue Koordinationsstelle, Bahnhofstraße 15 in Reutte, von Anna Paulweber. Sie ist von Montag bis Donnerstag 8–16 Uhr und freitags 8–12.30 Uhr unter 0664/1177458 erreichbar.

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Reutte ist nach Landeck, Kufstein und Imst der vierte Bezirk. Bis Mitte 2023 soll das Care Management über ganz Tirol ausgerollt werden. (fasi)


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