Schutzwaldpflege auf der Nordkette: Gratisarbeit, die nicht umsonst ist

Zwölf Freiwillige leisten auf der Nordkette Schwerstarbeit. Die Schutzwaldpflege ist für die Innsbrucker Bevölkerung lebenswichtig.

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Freuen sich über die wertvolle Arbeit der Freiwilligen (im Hintergrund) auf der Höttinger Alm: Florian Jäger (Forstamt), Vize-BM Hannes Anzengruber, Liliana Dagostin (Alpenverein) und Kurt Ziegner (Forstverein, v. l.).
© Daum

Von Denise Daum

Innsbruck – Rutschiger Untergrund, steiles Gelände, Nieselregen, kühle Temperaturen. Die Arbeit auf der Höttinger Alm ist kein Kindergeburtstag. Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des heurigen Bergwaldprojekts wissen aber ganz genau, warum sie sich das antun – in ihrer Freizeit, ohne Bezahlung. „Der Schutz vor Lawinen ist für die Menschen existentiell“, sagt etwa Alex aus Frankfurt am Main. Seine Landsfrau Theresa ergänzt, dass die Arbeit besonders befriedigend sei, weil „die Veränderung direkt zu sehen ist“.

Das Bergwaldprojekt „Höttinger Alm“, das vom Österreichischen Alpenverein in Kooperation mit der Stadt Innsbruck, dem Landesforstdienst Tirol und dem Tiroler Forstverein organisiert wird, musste vergangenes Jahr Corona-bedingt pausieren. Umso wichtiger ist es, dass sich heuer wieder Freiwillige gefunden haben, die sich um den teils überalteten Bergwald auf der Nordkette kümmern. Der Großteil davon hat Schutzfunktion, heißt, er schützt die Bevölkerung direkt vor Lawinen und Muren. Noch sei der Wald in der Lage, seine Funktion auch zu erfüllen, erklärt Florian Jäger vom städtischen Forstamt. „Wir müssen aber an morgen denken und Vorkehrungen für die kommenden Generationen treffen.“ Auf der Höttinger Alm braucht ein Baum immerhin rund 200 Jahre, bis er die notwendige Höhe erreicht hat, um seine Schutzfunktion zu entfalten. Den Freiwilligen zollt Jäger Respekt. „Sie leisten Schwerstarbeit.“ Neben der Kulturpflege steht das Ausräumen des Höttinger Bachs auf dem Programm.

Auch Projektleiter Kurt Ziegner vom Tiroler Forstverein ist angetan vom Engagement der zehn Frauen und zwei Männer. Er berichtet von „leuchtenden Augen“ bei der Ankunft – trotz strömenden Regens.

Kost und Logis übernimmt die Stadt Innsbruck.

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