Maskengegner erschoss Tankwart in Deutschland: Was wir wissen – und was nicht

Eine Gewalttat erschüttert Rheinland-Pfalz: In einer Tankstelle in Idar-Oberstein schießt ein Mann einem 20-jährigen Tankstellen-Kassierer in den Kopf. Dieser weist ihn zuvor darauf hin, sich an die Maskenpflicht zu halten. Bei der grausamen Tat sind noch einige Fragen offen.

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Blumen und Kerzen sind vor jener Tankstelle aufgestellt, in der es zu der tödlichen Attacke gekommen war.
© APA/dpa/Birgit Reichert

Idar-Oberstein – Wegen eines Streits um die Maskenpflicht in der Corona-Pandemie hat in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) ein Tankstellen-Kassierer sein Leben verloren.

✔️ Was wir wissen

Der Tatablauf: Am Samstagabend wollte der Tatverdächtige nach bisherigen Polizeierkenntnissen an einer Tankstelle in Idar-Oberstein zwei Sechserpack Bier einkaufen. Nach einem Hinweis des Verkäufers und späteren Opfers auf die Maskenpflicht, verließ der Verdächtige ohne Bier den Verkaufsraum, ging nach Hause und kehrte etwa eine Stunde später mit einem Revolver zurück. Er setzte erneut die Maske ab und schoss nach einem weiteren Disput dem 20-Jährigen „gezielt von vorne in den Kopf", wie Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann mitteilte.

Der Verdächtige: Der 49-jährige Deutsche aus Idar-Oberstein hat die Tat gestanden und sitzt wegen dringenden Tatverdachts des Mordes aus niedrigen Beweggründen in Untersuchungshaft. Nach Fuhrmanns Angaben ist er bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Am Sonntagmorgen war er auf dem Gelände der Polizei in Idar-Oberstein festgenommen worden. „Wir gehen davon aus, dass er sich stellen wollte", sagte Triers Polizeipräsident Friedel Durben.

Das Opfer: Der 20-jährige Student lebte der Stadtverwaltung zufolge in Idar-Oberstein. Mit seinem Job in der Tankstelle wollte er sich Geld für einen Führerschein verdienen. Nach Behördenangaben haben sich Opfer und Tatverdächtiger nicht gekannt.

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Das Motiv: Streit um die Maskenpflicht. Nach Angaben des Oberstaatsanwalts Kai Fuhrmann hat der Verdächtige sein Opfer verantwortlich gemacht für die Gesamtsituation der Corona-Pandemie, die ihn nach eigenen Aussagen stark belaste. Er lehne die Corona-Maßnahmen ab und habe „keinen anderen Ausweg gesehen", als ein Zeichen zu setzen, so Fuhrmann über den Festgenommenen.

❌ Was wir nicht wissen

Der Verdächtige: Über die Lebenssituation des Festgenommenen ist fast nichts bekannt – nur, dass er als Selbstständiger in der IT-Branche arbeitet. Der Oberstaatsanwalt wollte während der laufenden Ermittlungen zunächst keine Angaben dazu machen. Noch nie sei der 49-Jährige bei der Polizei aufgefallen, auch nicht als Teilnehmer etwa einer Pandemieleugner-Demonstration, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Die Waffe: Die mutmaßliche Tatwaffe, weitere Waffen und Munition fand die Polizei bei dem Tatverdächtigen zu Hause. Wie er an die Waffen kam, und woher sie stammen, ist noch unklar. „Die Waffen hat er nicht legal besessen", so Oberstaatsanwalt Fuhrmann.

Die Radikalisierung: Ob sich der Verhaftete etwa in sozialen Netzwerken radikalisiert hat, ist weiterhin nicht belegt. In den Theorien der Corona-Leugner sei er „bewandert", hieß es aus Ermittlerkreisen. Mehr Klarheit erhoffen sich die Ermittler vor allem von der Auswertung der sichergestellten elektronischen Geräte. (dpa)


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