600 Tiroler über 80 Jahre mit drittem Stich

Zuletzt gab es österreichweit mehr Todesfälle nach Corona-Infektionen. Vor allem Älteren wird deshalb eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

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In Tirol wurden bisher insgesamt mehr als 897.500 Corona-Impfungen durchgeführt.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Es ist eine Bilanz mit einem großen Wermutstropfen: In Österreich gab es zuletzt zwar weniger Neuinfektionen – am Dienstag 1240 Ansteckungen österreichweit und 104 in Tirol –, dafür aber mehr Todesopfer. 22 Todesfälle an oder mit Covid-19 innerhalb eines Tages haben Gesundheits- und Innenministerium gemeldet. Diese Zahl ist auch mehr als doppelt so hoch wie der Schnitt der vergangenen sieben Tage. In Tirol verloren drei Menschen ihr Leben infolge einer Corona-Ansteckung.

In den vergangenen sieben Tagen wurden in Tirol 695 Neuinfektionen verzeichnet, im selben Zeitraum waren acht Todesfälle von Personen zu beklagen, für die ein positives Corona-Testergebnis vorlag. Alle Verstorbenen waren über 75 Jahre alt, vier davon über 85 Jahre. Alle wiesen laut Land Tirol Vorerkrankungen auf. Bis auf zwei Personen waren alle geimpft, die Impfung lag allerdings bereits mehr als sieben Monate zurück.

Politik und Experten weisen deshalb auf die Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung vor allem für die ältere Generation und für Personen mit Erkrankungen hin. In den ersten Alten- und Pflegeheimen wurde mit dem dritten Stich bereits gestartet. Darüber hinaus beginnt Mitte nächster Woche die Gemeinde-Impfaktion mit den Auffrischungsimpfungen für die über 80-Jährigen. In Tirol wurden laut Datenauswertung des E-Impfpasses bis jetzt rund 600 Drittstiche verabreicht.

In Tirol wurden bisher insgesamt mehr als 897.500 Corona-Impfungen durchgeführt, davon 473.800 Erst- und 423.200 Zweitimpfungen. 58,1 Prozent der Gesamtbevölkerung bzw. knapp 66 Prozent der impfbaren Bevölkerung ab 12 Jahren gelten als vollimmunisiert. Die höchsten Durchimpfungsraten gibt es derzeit in den Bezirken Schwaz mit 63,4 Prozent, Innsbruck-Land mit 60 Prozent und Innsbruck mit 59,6 Prozent. In den nächsten Tagen werden wieder offene Impfaktionen durchgeführt, alle Informationen unter https://go.tt.com/impfen-tirol

„Die Zahl der Personen, die sich für eine Impfung entscheiden, steigt weiterhin an – jedoch, wie auch im Bundesschnitt, vergleichsweise geringer als noch vor einigen Wochen“, appelliert Landesgesundheitsdirektor Thomas Pollak an die Ungeimpften, sich immunisieren zu lassen.

Der Intensivmediziner und Präsident der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation sowie Intensivmedizin, Walter Hasibeder, hat „kein Verständnis dafür“, dass sich viele Menschen nicht impfen lassen. Die Krise habe sich auf eine „Pandemie der Ungeimpften“ reduziert. In seinem Spital in Zams würden aktuell fünf SARS-CoV-2-Infizierte auf der Normalstation und ein Covid-Patient intensiv behandelt, „alle sind ungeimpft und alle unter 60 Jahren“. (TT, pn)


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