„Immense Lust, hohe Könnerschaft“: Gstrein und Helfer im Preisrennen

Norbert Gstrein und Monika Helfer stehen mit ihren aktuellen Romanen in der Endauswahl um den Deutschen Buchpreis. Er wird am 18. Oktober vergeben.

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Monika Helfer und Norbert Gstrein.
© imago, Böhm

Frankfurt – Der Proporz mag Zufall sein, aber er passt ins Bild: Drei Frauen und drei Männer haben es in die Endauswahl für den Deutschen Buchpreis 2021 geschafft. Darunter befindet sich auch der Tiroler Norbert Gstrein mit seinem Anfang des Jahres erschienenen Roman „Der zweite Jakob“. Monika Helfer ist mit ihrer Familienromanfortschreibung „Vati“ die zweite österreichische Anwärterin auf die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie wird am 18. Oktober im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse vergeben. Die weiteren Nominierten sind Christian Kracht („Eurotrash“), der 2014 mit dem Meraner Lyrikpreis ausgezeichnete Thomas Kunst („Zandschower Klinken“) sowie Mithu Sanyal („Identitti“) und Antje Rávik Strubel („Blaue Frau“).

Norbert Gstrein erzählt in „Der zweite Jakob“ von einem zwielichtigen Schauspieler, der einst Mörder spielte und auch im realen Leben manche Leiche im Keller hat. Die Buchpreis-Jury würdigte gestern die „noch einmal auf eine höhere Stufe gehobene virtuose Erzählkunst“ des seit Langem in Hamburg lebenden gebürtigen Ötztalers. Für „Der zweite Jakob“ erhielt der 60-Jährige zuletzt den Düsseldorfer Literaturpreis. Vor wenigen Tagen wurde ihm zudem der Thomas-Mann-Preis zugesprochen. Am 7. Oktober ist er Gast der Langen Nacht der Literatur in Götzens.

230 Titel hat die Jury für den Deutschen Buchpreis gesichtet. Die sechs Finalistinnen und Finalisten zeigten „den stilistischen, formalen und thematischen Reichtum der deutschen Gegenwartsliteratur“, sagte Jury-Sprecher Knut Cordsen. „Sie zeugen von der immensen Lust und hohen Könnerschaft, Geschichten zu erzählen.“ Alle nun nominierten Romane würden das Schreiben reflektieren, sie „loten seine Möglichkeiten und Grenzen aus“, so Cordsen. (jole)


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