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Von der Seidenstraße zu menschlichen Außenposten

Gregor Sailers „The Polar Silk Road“ ist derzeit als Ausstellung am Südtiroler Kronplatz zu sehen. Die gleichnamige Publikation folgt.

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Das „North Warning System“ ist ein von Kanada und USA betriebenes Netzwerk von Radaranlagen, das den Luftraum der Gebiete überwacht.
© Sailer

Von Barbara Unterthurner

Bruneck – Manchmal muss man schon ganz genau hinsehen, um zu erkennen, wo in der verschneiten Landschaft menschliche Spuren zu erahnen sind. Dabei gibt es sie in der lebensfeindlichen Umgebung zuhauf. Militärische Infrastrukturen, riesige Forschungseinrichtungen erzählen vom Vormarsch gleich mehrerer Länder, die sich am nördlichsten Punkt der Erde, der Arktis, behaupten wollen, denn das ewige Eis ist so ewig nicht mehr. Das ruft Wirtschaftstreibende auf den Plan. Bis 2035 könnte die Arktis ganzjährig schiffbar sein. Zumindest China träumt bereits von der „Polar Silk Road“, einer neuen Seidenstraße, die Osten und Westen verbinden wird.

Gregor Sailer hat sich in seinem jüngsten Projekt mit der Kamera in Richtung jener menschlichen Außenposten aufgemacht, die bisher kaum Thema der künstlerischen Fotografie waren. Auch aufgrund der aufwändigen Vorbereitungen: Monate verbrachte der gebürtige Schwazer mit dem Einholen von Genehmigungen aus fünf Ländern, die den Wirtschaftsraum Arktis beackern. Nur von Russland und den USA gab es keine Zusage. Insgesamt vier Jahre arbeitete Sailer intensiv an seinem Arktis-Projekt. Die Ergebnisse sind derzeit in einer Ausstellung sowie einer neuen Publikation zu sehen.


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