Laschet und Scholz werben im Endspurt um Zustimmung

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Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU).
© JOHN MACDOUGALL

Berlin – Wenige Tage vor der deutschen Bundestagswahl kämpfen die Parteien energisch um Zustimmung. Die Christdemokraten setzten beim Versuch, an die SPD heranzurücken, weiter voll auf Warnungen vor einem Linksbündnis. Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sagte bei einem Wahlkampfauftritt im Saarland "eine wirtschaftliche Krise" in Deutschland für den Fall von Rot-Grün-Rot voraus. SPD-Kandidat Olaf Scholz bekannte sich in Köln zur Einwanderung als wesentlichen Beitrag zum Wohlstand.

"Wenn wir am 27. September aufwachen und wir haben rechnerisch eine rot-rot-grüne Mehrheit, können wir sicher sein: Sie werden es diesmal machen", sagte Laschet. So ein Bündnis würde Deutschland in Europa schwächen, so Laschet im saarländischen St. Wendel weiter. "Das schwächt uns gegenüber Frankreich, das schwächt uns in der Welt, das schwächt uns wirtschaftlich und bei der inneren Sicherheit."

In den aktuellsten Umfragen – in dieser Woche haben bisher die Institute Forsa und INSA neue Zahlen veröffentlicht – liegt die SPD mit 25 Prozent 3 Punkte vor der Union, die auf 22 Prozent kommt. Die Grünen kommen auf 17 beziehungsweise 15 Prozent, die FDP auf 11 und 12, die AfD auf 11 und die Linke auf 6 und 6,5 Prozent.

Sollte die SPD bei der Wahl am Sonntag vorne liegen und es nicht für Rot-Grün reichen, gilt es am wahrscheinlichsten, dass Scholz ein "Ampel"-Bündnis mit Grünen und FDP bilden will. Im Fall eines Sieges der Union gilt es als wahrscheinlich, dass Laschet ein "Jamaika"-Bündnis mit Grünen und FDP anstrebt.

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Scholz hob Bedeutung von Migration hervor

Scholz hob im Multikulti-Viertel Köln-Ehrenfeld die Bedeutung von Migration für die deutsche Gesellschaft hervor. Einwanderung habe in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Beitrag zum deutschen Wohlstand geleistet, sagte Scholz. Natürlich sei nicht alles problemfrei, aber erstmal sei es "ein großes Glück", dass so viele nach Deutschland kämen und sagten: "Das wär ein gutes Land, um dort zu leben."

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa äußert sich unterdessen zufrieden darüber, dass Daten aus Befragungen von Briefwählern in Umfragen mitverarbeitet werden dürfen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte zuvor bestätigt, dass es die Beschwerde des Bundeswahlleiters gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Wiesbaden zurückgewiesen habe. Der Bundeswahlleiter hatte erreichen wollen, dass bis zum Wahlabend um 18.00 Uhr (MESZ) keine Umfragen veröffentlicht werden dürfen, in die Briefwähler-Daten mit einfließen. Forsa hatte dies angefochten. (APA/dpa/Reuters)


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