Landecker Lebenshilfe rückt in die Stadtmitte vor

  • Artikel
  • Diskussion
Landecker Lebenshilfe-Klienten vor dem neuen Zuhause.
© Lebenshilfe Tirol

Landeck – Mitten in der Bezirksstadt, in der pulsierenden Malserstraße, schlägt die Lebenshilfe Landeck demnächst ihre Zelte auf. Die Einheimischen kennen den neuen Standort als ehemaliges „Modehaus Bilgeri“. Ziel der Übersiedlung ist es, Menschen mit Behinderung „auf kleineren Arbeitsstandorten“ noch mehr Perspektiven zu eröffnen.

„Die Landecker haben für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen schon immer ein offenes Ohr gehabt“, resümiert Lebenshilfe-Regionalleiter Michael Eberharter. „Sie geben uns auch jetzt wieder Kraft und Sicherheit, damit wir neue Türen öffnen und Entwicklungen vorantreiben können.“

Mit der Frage, was und wo man in Zukunft arbeiten will, haben sich die Menschen mit Behinderungen mit den Mitarbeitern zuletzt intensiv auseinandergesetzt. „Es war ein spannender Prozess und hat uns beflügelt“, so Eberharter. Es habe ihn überrascht, „wie sehr sich alle eingebracht und ihre Vorstellungen und Wünsche über die künftige Arbeit formuliert haben“. Dabei sei schnell klar geworden: „Menschen mit Behinderung wollen zeigen, was sie können.“

Diese Botschaft bedeute einen klaren Auftrag an die Lebenshilfe-Führung, „Arbeitsleistungen der Klienten sichtbarer zu machen. Sie sollen am Arbeitsmarkt Fuß fassen können“, hob Eberharter hervor. Damit befinde man sich auch im Einklang mit dem Tiroler Teilhabegesetz. Dieses besagt, Menschen mit Behinderung sollen dort begleitet werden, wo es am Arbeitsmarkt Chancen gibt und wo sie ihre Fähigkeiten entfalten können.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Die bisherige Lebenshilfe-Einrichtung „Kimm eini“ in der südlichen Malserstraße rückt mit dem neuen Standort direkt ins Stadtzentrum, wo jeden Freitag der gut besuchte Frischemarkt über die Bühne geht. Laut Regionalleiter Eberharter will die Lebenshilfe „ein Arbeitsangebot mit dem Schwerpunkt Kultur und Begegnung“ aufbauen.

Verabschiedet hat sich die Lebenshilfe von ihren Werkstätten. „Den Werkstättenbegriff gibt es bei uns nicht mehr, weil er nicht mehr zeitgemäß ist“, erläutert der Regionalleiter. „Wir sind zu einem vielseitigen Dienstleister geworden. Die Produktion steht immer weniger im Vordergrund.“ Ebenso rücke die Lebenshilfe von der Fixierung auf bestimmte Gebäude ab. „Klienten sollen dort arbeiten, wo ihre Leistungen angefragt werden.“ (TT, hwe)


Kommentieren


Schlagworte