Skrupellos expressiv: Tobias Hantmann in der Galerie Kugler

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In der Innsbrucker Galerie Kugler: titellose Malerei in Öl auf Leinwand von Tobias Hantmann.
© Galerie Kugler

Innsbruck – Die aktuelle Ausstellung von Tobias Hantmann in der Innsbrucker Galerie Kugler – bereits seine sechste – ist eigentlich drei. Wechselt der 45-jährige, in Düsseldorf und Berlin lebende Künstler doch alle drei Wochen insgesamt 33 Bilder aus bzw. hängt sie um. Um durch veränderte Nachbarschaften reizvolle neue Atmosphären zu provozieren, die sich der interessierte Bilderschauer nicht entgehen lassen sollte.

Nach Jahren der „Selbstdisziplinierung“, in denen Tobias Hantmann Velours als extravagantes „Malmaterial“ bevorzugt hat, sei er nicht zuletzt durch die Isoliertheit, die Corona mit sich gebracht hat, zum „skrupellosen“ Expressionisten geworden. Zum Bauchmaler, um bisweilen selbst das Streifen am Kitsch in Kauf zu nehmen.

So hintergründig monochrom Hantmanns Veloursbilder waren, so von kräftigen Farben dominiert kommen seine neuen daher. Um das klassische Genre der Landschaft als Möglichkeit der Auseinandersetzung mit purer Malerei exquisit durchzudeklinieren. Wobei keine bestimmten Landschaften gemeint sind, auch wenn bisweilen die Fotografien realer die Queller der Inspiration sind. Dass Hantmann das Uneindeutige, Geheimnisumflorte, vielfältig Assoziative, letztlich den Schwebezustand zwischen Auflösung und Verdichtung mag, ist unübersehbar. Wenn etwa immer wieder Fontänen auftauchen, die vielleicht Bäume sind, oder Figuren, die genauso abgenagte Hühnerknochen sein könnten. (schlo)

Galerie Kugler

Burggraben 6, Innsbruck

Bis 5. November, DI-FR 13-18 Uhr


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