Gewinnen ist nicht alles: „Madison" bringt Tirol auf die Leinwand

„Madison“, das Spielfilm-Debüt der Innsbruckerin Kim Strobl, läuft ab heute im Kino.

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Felice Ahrens (rechts) spielt in „Madison“ eine Heranwachsende, die in Tirol ihre Faszination fürs Mountainbiken entdeckt.
© Filmladen

Innsbruck – Madison ist die Protagonistin des gleichnamigen Tiroler Jugendfilms. Madison ist aber auch ein spezielles Radrennen, ein Zweier-Mannschaftsfahren im Bahnradsport, das erstmal im New Yorker Madison Square Garden stattfand. Ihren Namen verdankt die sportliche 13-Jährige deshalb ihrem Vater Timo, einem Rennradprofi, gespielt vom Florian Lukas. Der will aus ihr unbedingt eine Profi-Radlerin machen – „Olympiasiegerin, WM-Titel, du kannst alles schaffen!“

Disziplin und permanentes Training hat sie bereits internalisiert. Ihre Mutter Katharina (Maxi Warwel) sieht in der Radrennbahn eher ein Hamsterrad, hält sich jedoch angesichts der Begeisterung der Tochter zurück. Doch als Madison nach einem Unfall im Profi-Trainingslager zur Mutter in die Tiroler Berge kommt, entdeckt sie dort einen ganz anderen Zugang zum Zweirad. Während Mama als Yoga-Lehrerin am Bilderbuch-Bergbauernhof Ruhe verströmt, begegnet Madison bei den einheimischen Jugendlichen der Faszination für Trail-Mountainbiken. „Du musch laufen lassen“, rät ihr, in sanftem Dialekt, die neue Freundin Vicky. Auch wenn im Bike-Park eine Team-Rätsel-Challenge ansteht, zeigen ihr die neuen Freundschaften, dass es nicht nur aufs Gewinnen ankommt. Das ist die klare, nicht übertrieben pädagogische These dieses Kinderfilms. Kim Strobl und Co-Autor Milan Dor betten ihre klassische, mit Mädchen-Figuren erzählte Story in die sonnig-strahlende Umgebung eines Tiroler Tourismusorts ein.

Dass es sich dabei um Serfaus-Fiss-Ladis handelt, ist unübersehbar. Das auch im reißerischen Untertitel „Bikes, Boys & Berge“ gespiegelte touristische Product Placement schadet der Geschichte aber nicht. Nur die strahlenden, gesättigten Bilder von der Rad-Action und der perfekten Natur sind zuweilen etwas zu Werbespot-ähnlich. Trotzdem bleibt glaubwürdig, wie Madison sich im Tiroler Mountainbike-Natur-„Paradies“ vom übertriebenen Ehrgeiz heilt. Das liegt nicht zuletzt an den authentischen Darstellenden, allen voran Felice Ahrens in der Titelrolle und Emilia Warenski als herrlich ungezwungene Downhill-Freundin Vicky. Als fescher Schwarm der beiden ist auch Samuel Girardi mit dabei, der schon in „Amélie rennt“ einer jungen Urlauberin mit Hilfe der Berge zu neuer Energie verhalf.

Madison – Bikes, Boys & Berge.

Jugendfrei. Ab heute in den Kinos.

Strobl inszeniert ihr Debüt als flottes Sommerabenteuer mit Bike-Action, bei der sie nichts anbrennen lässt und kaum je ins Mühsam-Melodramatische abdriftet. Das macht „Madison“ zu einem kurzweiligen Action-Ausflug nach Tirol. (maw)

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