Kunstprojekt im Rapoldipark: Stadt-Mensch badet in Stadt-Natur

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Ein Badehaus entsteht: Fabian und Lino Lanzmaier, Martina Moro, Pia Prantl und Andreas Zißler rufen den Monat des Makaken aus.
© Lanzmaier

Innsbruck – Kommende Woche, am 1. Oktober um 0.00 Uhr, startet der Monat des Makaken. Nicht in Asien, der Heimat der Primaten, auch nicht im Zoo, sondern im Innsbrucker Rapoldipark. Seit zwei Wochen wird dort schon intensiv gearbeitet. Im Rahmen des „Kunst im öffentlichen Raum“-Schwerpunkts (KÖR) von Land Tirol und Tiroler Künstler:innenschaft bauen Fabian und Lino Lanzmaier, Martina Moro, Pia Prantl und Andreas Zißler, ein Kollektiv, das sich zwischen Architektur, Kunst und Musik bewegt, aktuell ein temporäres Badehaus.

Richtig gelesen: Ab 1. Oktober lässt es sich innerhalb der Holzkonstruktion im warmen Wasser fläzen, ganz nach dem Vorbild der Makaken. Inspiriert wurde die Gruppe auch von der Tradition japanischer Badehäuser, die sie für das Projekt konsequent weiterdachten. Fördern soll die Wellness-Intervention im Park nun vor allem das Zusammenkommen als pandemiebedingt zunehmend vermisstes Ritual. Dazu gehört etwa auch das gemeinsame Anheizen des extra für das Projekt entwickelten Ofens.

Aber nicht nur jene fünf BesucherInnen, die den Abend in den beiden Wasserbecken Platz nehmen, sollen sich treffen, sondern auch der Stadt-Mensch und die Stadt-Natur. Birgt das ein Potenzial zur Weiterentwicklung? Unbedingt, wenn man Donna Haraways Begriff des „companion“ einbezieht, der das Zusammenleben unterschiedlicher Spezies meint. Die Konzepte der US-amerikanischen Wissenschaftsphilosophin bilden die Basis der KÖR-Ausschreibung.

Schlussendlich gilt es, Koexistenzen sichtbar zu machen, das gelingt u. a. über eine 31 Tage durchlaufende Videoprojektion aus Aufnahmen, die das Projektteam im Vorfeld mit Wildtierkameras rund um das künftige Badehaus eingefangen hat.

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Parallel dazu sind zu bestimmten Anlässen weitere (Bade-)Gäste geladen, die auf ihre Art und Weise den Ort mitentdecken werden. Eine performative Annäherung soll mit Mario de Vega (2. Oktober) und Peter Brandlmayr (23. Oktober) bevorstehen, einen experimentalmusikalischen Zugang versucht Lissie Rettenwander (9. Oktober). Margit Busch hingegen wird einen Abend wissenschaftlich aufladen und übers Sozialverhalten der Makaken sprechen (22. Oktober). Und auch mit dem nahe gelegenen bilding soll eine Symbiose entstehen. Gebadet jedenfalls wird an jedem Wochenende, die Anmeldung läuft ab heute. (bunt)


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