Jeep Renegade als Teilzeitstromer

Jeep erklimmt mit seinen Grenzgängern jetzt neue Wege und setzt sie – zumindest teilweise – unter Strom. Wir unternahmen kürzlich im Jeep Renegade Trailhawk 4xe einen ausgedehnten Segelturn.

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Lediglich der dezente „4xe“-Schriftzug am Heck des Renegade lässt erahnen, dass hier der Teilzeitstromer vor uns steht.
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Von Lukas Letzner

Inzing – Manchmal schafft es eine Marke, zum Inbegriff eines Produkts zu werden, und so denken viele, wenn sie an Geländewagen denken, auch an die Marke Jeep. Genauer gesagt an Jeeps Geländetier – den Wrangler. Als Jeep vor etwas mehr als sieben Jahren den Renegade in die Schauräume der Händler rollte, versuchte man den großen Bruder zumindest stilistisch etwas nachzuspielen. Bei der Frage nach dem Gelingen scheiden sich sicher die Geister, denn der Renegade ist deutlich komfortabler als die puristischen Kraxler vergangener Tage. Jetzt geht man einen Schritt weiter und setzt den Renegade und den Compass teilweise unter Strom. Wir haben daher in einem Test überprüft, ob man mit dem Abtrünnigen immer noch klettern kann.

Unser Jeep Renegade zeigt sich als Trailhawk-Version besonders geländetauglich und rollt standesgemäß mit Offroad-Beplankung, die einen Böschungswinkel von 28 Grad erlaubt, und Unterbodenschutz in unsere Garage. Außerdem hat man dann Extra-Geländefahrmodi mit permanentem Allradantrieb und Geländeuntersetzung mit an Bord. Das passt also schon mal. Doch zurück zum Anfang.

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Im Innenraum empfängt uns der Renegade mit angenehmen Stoffsitzen, 7-Zoll-Instrumentendisplay und einem Multimediasystem mit Apple Car Play und Android Auto sowie Uconnect Services. Außerdem scheint es, als wäre der Renegade innen größer als außen. So viel Kopffreiheit konnten wir schon lange nicht mehr genießen, im Fond sitzt auch ein langer Lulatsch erstaunlich bequem und zahlreiche Ablagen beherbergen sämtliche Utensilien.

Enger wird es dafür im Kofferraum, was vor allem dem vollwertigen Reserverad geschuldet ist. 330 Liter Stauraum ist nicht die Welt. Dafür kann man die Rückbank im Verhältnis 40/20/40 umlegen und den Stauraum so auf bis zu 1220 Liter erweitern.

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Dass Elektroautos oder Hybride wie unser Renegade den Druck auf den Startknopf lediglich mit leuchtenden Instrumenten quittieren, sind wir mittlerweile ja gewohnt. Doch im Jeep fühlt sich das trotzdem irgendwie komisch an. Völlig lautlos erklimmen wir die Ausfahrt unserer Tiefgarage und reihen uns im Stadtverkehr ein. Angetrieben wird der kompakte Wandersmann von einem Vierzylinder-Benziner mit 1,3 Litern Hubraum und seinem elektronischen Helfer. Während der Verbrenner 180 Pferde antraben lässt, steuert der Elektromotor noch einmal 60 PS bei. Das gemeinsame Drehmoment liegt bei 520 Nm (270 Nm liefert der Benziner, 250 Nm entfallen auf den E-Motor). Derart motorisiert kommt man auch entsprechend flott voran: 7,1 Sekunden braucht der 1,8 Tonnen schwere Renegade für den Standardsprint. Selbst auf der Autobahn segeln wir völlig lautlos dahin. Dabei liegt die elektrische Reichweite zwischen 35 und 40 Kilometern. Zum Pendeln sollte es also reichen.

© Letzner

Dass der Jeep Renegade Trailhawk auch richtig klettern kann, sieht man auf den ersten Blick. Neben der eingangs erwähnten Geländeuntersetzung kann der Fahrer zwischen vier Fahrmodi hin und her wechseln und so die Traktion an den jeweiligen Untergrund anpassen. Hier kann der Fahrer zwischen Auto, Sport, Snow, Mud/Sand und dem exklusiv dem Trailhawk vorbehaltenen Rock-Modus wählen. Der Verbrauch pendelte sich während der 14 Testtage bei rund 4 Litern ein (regelmäßiges Laden und elektrisches Fahren vorausgesetzt). Dass Jeeps sich einiges genehmigen, stimmt also auch nicht mehr. Dafür finden wir den Preis recht stolz: 48.930 Euro kostete unser Testwagen inklusive Extras, bei denen eigentlich keine Wünsche offenblieben. Grundsätzlich ist der Jeep Renegade PHEV aber ab 39.990 Euro zu haben.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1332 ccm

Drehmoment: 270 Nm bei 1850 U/min

Drehmoment E-Motor: 250 Nm

Leistung System: 177 kW/240 PS

L/B/H: 4236/1805/1718 mm

Gewicht: 1770/2315 kg

Kofferraumvolumen: 330 – 1220 l

Höchstgeschwindigkeit: 199 km/h

0 – 100 km/h: 7,1 Sekunden

Verbrauch: 4,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 48.930 Euro

CO2-Emission: 53 g/km


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