Söldens Seilbahn-Chef Jakob Falkner: „Ohne Wenn und Aber für Impfungen“

Der Sölder Seilbahnchef Jakob Falkner fordert in „Tirol live" mehr politischen Mut. Eine Gletscherehe Pitztal-Ötztal sei „richtig und sinnvoll“.

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion (10)
Söldens Seilbahn-Chef Jakob Falkner sprach Klartext.
© Böhm

Innsbruck – Vor einem Jahr kam die Reisewarnung Deutschlands, ab Ende Oktober folgte dann mit einem mehrmonatigen Lockdown der Ausfall der kompletten Wintersaison. „Einen zweiten Winter-Lockdown kann sich Tirols Tourismus keinesfalls mehr leisten“, sagte Falkner bei „Tirol Live“. Man habe einiges gelernt, gerade auch von der Schweiz, wo der Tourismus die letzten Winter offen halten durfte. Zu den von der Regierung geplanten 3-G-Regeln stellte Falkner fest: „Das ist kein Wunschkonzert, sondern notwendig.“ Man werde diese wie Südtirol und Bayern lückenlos umzusetzen haben. „Das ist machbar.“

📽️ Video | Jakob Falkner in „Tirol Live“

Im Vorjahr habe es keine Impfung gegeben, heuer schon. Die Lösung sei also greifbar, bisher fehle aber der politische Mut. Die Politik müsse die Impfung mit adäquaten Regelungen ohne Wenn und Aber einfordern. „Mir ist nicht bekannt, dass durch die Impfung Tausende gestorben wären.“

Die viel diskutierte kräftige Preiserhöhung beim Freizeitticket wollte Falkner nicht direkt kommentieren, weil man hier kein Teil davon sei. Schon sein Vater habe in Sölden immer günstige Tickets für Einheimische angeboten. Das bleibe auch so, im letzten Winter habe man das Skigebiet offen gehalten, obwohl man ohne Urlauber nur ein Prozent des vorherigen Umsatzes gemacht habe.

Kritik an Tourismusstrategie des Landes

Die heuer vom Land präsentierte neue Tourismusstrategie mit Betten- und anderen Obergrenzen sieht Falkner kritisch. „Es wurde ein neues Tourismuspapier gefordert, die Politik hat eines produziert.“ Jede Region habe ihren eigenen „Tiroler Weg“, und da gelte es „Stärken zu stärken“. Falkner zeigt sich von einer Gletscherehe Pitztal-Ötztal weiterhin „sehr überzeugt“, auch wenn sich das Pitztal eine Bedenkzeit erbeten habe. Der Zusammenschluss sei wirtschaftlich nachhaltig, notwendig und richtig. Zudem werde der Gletscher, der sich auch so verändere, durch die Präparierung haltbarer.

Für den Auftakt des Ski-Weltcups Ende Oktober laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Im Vorjahr habe man mit der Blase für den Renntross Maßstäbe für die gesamte Saison gesetzt, heuer wolle man diesen mit 3-G-Regeln auch für möglichst viele Zuschauer vorzeigen.

🎧 Podcast | „Tirol Live“ mit Jakob Falkner


Kommentieren


Schlagworte