Opel Insignia: Raumgleiter zum Reisen und Laden

Der Opel Insignia erhielt gerade Feinschliff. Das brachte dem großen Rüsselsheimer neue Optik und Technik. Vor allem blieb er aber ein perfektes Langstreckenfahrzeug mit 1000 Kilometern Reichweite.

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Der knapp fünf Meter lange Insignia ST begeistert mit einer geradezu elegant gezeichneten Kombi-Linie und steckt auch richtig was weg.
© Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Aktuelle Themenschwerpunkte zum Automobil – fokussiert auf künftige Antriebe oder Multimedialösungen – können manchmal auch am Käuferinteresse vorbeigehen. Für die meisten Kunden sind an einem Auto nämlich weiterhin vor allem folgende Faktoren interessant: Alltagsnutzen, Komfort, Verlässlichkeit und kalkulierbare Kosten.

Der gerade überarbeitete Opel Insignia repräsentiert so einen Alltagshelden für gesteigerte Ansprüche. Speziell als Sports-Tourer-Kombi schon bislang ein Fall für die bis zu fünfköpfige Familie oder berufliche Langstreckenfahrten zeigt der Rüsselsheimer, auf welchem Niveau die gehobene Mittelklasse mit konventioneller Verbrennertechnik heutzutage steht.

Kein Wunder: Mit dem aktuellen Insignia wollte Opel diesmal den Premiumherstellern in jeder Hinsicht ernsthaft die Stirn bieten. Dies drückt schon das Design des knapp fünf Meter langen Kombis aus. Elegant fließen die Linien. Eine Chromspange zieht sich dabei vom oberen Fensterrahmen bis zu den Rückleuchten – sehr schön gemacht. Lohn der aerodynamischen Feinarbeit: ein cw-Wert von nur 0,25. Die neue Front trägt nun adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer serienmäßig (Business). Ein Erlebnis in der Nacht.

Auch im Innenraum empfängt die Insignia-Insassen eine Atmosphäre aus Raumfülle und Qualität. Dass der große Opel in Deutschland gern von Vielfahrern genützt wird, ist ja kein Geheimnis. Die Rüsselsheimer trugen dem nicht nur mit nahezu perfekter Sitzposition und Ergonomie, sondern auch mit optionalen Ergo-Aktiv-Sitzen Rechnung. Diese sind nicht nur üppig dimensioniert, sondern lassen sich auch an mehreren Stellen auf Tastendruck an die Körperstatur anpassen. Ein erster Schritt zum perfekten Reisewagen, der durch das Insignia-Fahrwerk und den im Testwagen verbauten 174-PS-Diesel ergänzt wird.

Schon bei Markteinführung fiel das Fahrwerk durch seine gekonnte Abstimmung auf. Bester Komfort verbindet sich hier mit einer Wendigkeit und Kurvenfreudigkeit, die man dem Fünf-Meter-Gleiter gar nicht so recht zutrauen würde. Speziell im freudvoll agierenden Sportmodus lenkt sich der Insignia auffallend flott durch enge Kurven. In diesem Modus schaltet auch die Achtgangautomatik noch etwas flotter und macht den Zweiliter-Diesel zum souveränen (380 Nm) Spaßmobil.

Wer lieber entspannt gleiten will, wählt einfach einen anderen Modus. Entspannung kommt auch auf, da der Lenker mit vollem 62-Liter-Tank über 1000 Kilometer Reichweite verfügt. Ehrlich: Der TT-Testverbrauch von 6,2 Litern Diesel – und darunter – hat angesichts dieses Fahrzeugformats erstaunt. Leider auch wie unkultiviert der kalte Diesel im Stadtverkehr nach Ampelstart manchmal in den Innenraum drang.

Dafür erfreut der Laderaum des Sports Tourers mit nahezu ebenem Boden und dreigeteilten Rücklehnen. Diese sind zudem von hinten per Hebel umlegbar. Materialien und Teppichqualität sind für ein langes Kombileben ausgelegt. Praktisch für die Tiefgarage: Von der Fahrertüre aus lässt sich der Öffnungswinkel der Heckklappe einstellen.

35.569 Euro öffnen die Türen des Basis-ST. Das voll ausgestattete Business-Modell mit Zweiliter-Diesel und Automatik verlangt nach wohlfeilen 10.000 Euro mehr. Tipp: Den Insignia gibt es auch mit – echtem – Allradantrieb.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1955 ccm

Drehmoment: 380 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 128 kW/174 PS

L/B/H: 4986/1941/1500 mm

Gewicht: 1594/2245 kg

Kofferraumvolumen: 560 – 1665 l

Tankinhalt: 62 l

Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h

0 – 100 km/h: 9,1 Sekunden

Verbrauch: 6,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Business Elegance) 46.209 Euro

CO2-Emission: 135 g/km


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